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Schule am Wildpark: "Wir fühlen uns im Stich gelassen"

Schule am Wildpark : "Wir fühlen uns im Stich gelassen"

Die Stimmung an der Schule am Wildpark ist schlecht. "Die Wogen gingen im Lehrerkollegium hoch", sagt Schulleiter Friedrich Goebel. "Kein Wunder, uns fehlt von heute auf morgen eine Lehrkraft mit 20 Wochenstunden." Die wurde in der Wochenmitte vom Kreisschulamt zur Bodelschwingh-Schule beordert, um dort das Loch zu stopfen, das wiederum eine Lehrerin der ersten Klasse gerissen hatte, die zur Realschule Südstadt wechselte.

Auslöser dieser Verschiebung war die Situation rund um die neue integrative fünfte Klasse an der Realschule, die am Montag überraschend ohne sonderpädagogische Fachlehrerin dastand. Das Lehrerkollegium sah sich außerstande, den spezifischen Unterricht mit den fünf behinderten Kindern zu leisten und hatte die Eltern aufgefordert, ihre behinderten Kinder zuhause zu lassen. Ein heftiger Protest der Betroffenen sowie solidarischer Eltern der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule war die Folge sowie eine schnelle Reaktion des Kreisschulamtes.

Nun sieht sich Friedrich Goebel mit seiner Schule als letzten Stein des "Domino-Effektes". In der Einrichtung an der Aurinstraße werden über 200 lernbehinderte Kinder in den Klassen von eins bis zehn unterrichtet. Betroffen sind 15 Schüler der vierten Klasse, deren Klassenlehrerin sich so plötzlich verabschiedete. Die Folge: "Wir werden in verschiedenen Klassen die Unterrichtsstunden kürzen müssen", so Goebel. "Ob wir unsere Differenzierungsmaßnahmen im bisherigen Umfang aufrechthalten können, ist fraglich."

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Kritik übt Goebel an der Bezirksregierung: "Es gibt eine gesetzliche Grundlage, wonach eine sonderpädagogische Gruppe nur dann genehmigt werden darf, wenn die personellen und sächlichen Voraussetzungen stimmen." In einem Umfeld mit erheblichem Bedarf an Sonderschullehrern sowie großen Defiziten bei der Lehrerversorgung hegt er keine große Hoffnung auf eine schnelle Zuweisung einer neuen Fachkraft: "Wir gehen davon aus, dass wir unseren Mangel bis zum 1. Februar verwalten müssen. Wir fühlen uns im Stich gelassen." -schum