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Wim Wenders plaudert auf der Buchmesse über seine Bezüge nach Neuss

Frankfurter Buchmesse : Wim Wenders und seine familiären Bezüge in die Stadt Neuss

Paris, Texas (1984), Der Himmel über Berlin (1987), Buena Vista Social Club (1999), Papst Franziskus (2018) – Wim Wenders hat Filme von Weltruf geschaffen, die ihn zum international gefragten Künstler aufsteigen ließen.

Wer in Neuss auf dem Wendersplatz parkt oder über die Wendersstraße im Dreikönigenviertel spaziert, der mag an den großen Filmemacher aus Düsseldorf denken, gleichwohl wird nicht er, sondern dessen Urgroßonkel Carl Wenders, von 1882 bis 1890 Neusser Bürgemeister, durch Namensgebung von der Stadt geehrt.

Über seine familiären Bezüge nach Neuss plauderte Wim Wenders jetzt am Rande der Frankfurter Buchmesse. Dort hielt er die Laudatio auf Sebastiao Salgado, der den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. In der Paulskirche kam Wenders mit dem Neusser Ehepaar Dorothea und Klaus Gravemann ins Gespräch. Dabei verriet der Regisseur, dass er sich den Wendersplatz angesehen habe, der an seinen Vorfahr erinnere. Gravemann erzählte später, er habe Wenders informiert, „dass die Stadt sich zwar wegen der besonderen Lage des Platzes schwer getan hat, zu einer vernünftigen Nutzung zu kommen, dass es nun aber im Rathaus ernsthafte Überlegungen gäbe, die gut zu einem namengebenden Bürgermeister passen würden“.

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Das Ehepaar Gravemann führt das „Buchhaus am Münster“ in Neuss; Klaus Gravemann, einst Kämmerer im Rathaus, ist soeben zum neuen Schatzmeister des Börsensverein des Deutschen Buchhandels gewählt worden, der Veranstalter der Frankfurter Buchmesse ist. Als Vorstand des Börsenvereins war Gravemann in der Paulskirche dabei.

Ins öffentliche Bewusstsein rückt der Wendersplatz nahe der Hessentorbrücke alljährlich Ende August, wenn dort die städtischen Geschütze das Neusser Schützenfest einböllern. Namensgeber Carl Wenders (1841 bis 1905), ein Zentrumspolitiker, war Abgeordneter im preußischen Abgeordnetenhaus und erhielt später auch ein Reichstagsmandat. Er war Neusser Bürgermeister; sein Grab ist auf dem Neusser Hauptfriedhof. Seine Tochter Anna heiratete 1897 den Neusser Kaufmann und Schützenpräsidenten Cornelius Thywissen.

(lue-)