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Wieder mehr Jugendliche nutzen das Kursangebot der Alten Post Neuss

Alte Post Neuss : Jugendliche belegen wieder Kurse

Die Alte Post hat die Teilnehmerzahlen bei den 12- bis 16-Jährigen steigern können. 2014 hatte es in der Hinsicht einen Tiefstand gegeben, doch Aktionen wie der Kunstcode haben Jugendliche wieder zurückgebracht.

Die Teilnehmerzahlen im Bereich der jugendlichen Kursteilnehmer der Schule für Kunst und Theater/Kulturforum Alte Post zwischen 12 und 16 Jahren konnten nach einem Tiefstand in 2014 von 156 Belegungen in dieser Altersstufe laut einer Mitteilung der Kulturverwaltung zum Wintersemester 2019 wieder auf 345 gesteigert werden.

Seit 2014 hat die Alte Post ein geändertes Nutzerverhalten in diesem Bereich wahrgenommen und in vielfältiger Weise gegengesteuert. Hilfreich waren dabei die Erfahrungen aus der Arbeit am „Kunstcode“, einem bundesweiten Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, an dem das Haus seit 2006 beteiligt war. In Neuss wurde der Forschungsschwerpunkt schon einmal auf die Eliminierung von Zugangsbarrieren „klassischer“ Kulturinstitute gelegt.

So wurden die kostenfreien Kurse im Bereich des Landesprogramms „Kulturrucksack“ und mit Kooperationspartnern wie den Interkulturellen Projekthelden und anderen Jugendeinrichtungen verstärkt und damit eine breite Streuung kunstästhetischer Angebote „in die Fläche“ vorgenommen.

Aber wie kommen die Teilnehmer wieder in das Haus an der Neustraße zurück? Eingeleitet durch Kulturrucksack-Projekte hier im Haus, wurden diese Maßnahmen durch Kooperationsverträge mit Neusser Schulen – aktuell die Gesamtschule an der Erft und das Gymnasium Norf – und mit Angeboten wie Projektwochen, bei denen die Alte Post als außerschulischer Lernort wahrgenommen wurde, ergänzt. Darüber hinaus hat sich die Zahl von Schülerpraktikanten aller in Frage kommenden Jahrgangsstufen vervielfacht und somit einen Kreis von „Experten in eigener Sache“ hervorgebracht, der auch Auswirkungen auf Werbung und Ausrichtung des Kursprogrammes hat. So wurden zum Beispiel die kompakten Angebote an Wochenenden und in den Ferien verstärkt angeboten.

Ein aktives Jugendensemble, die erfolgreiche Musicalkooperation mit der Musikschule und zahlreiche vom LKJ unterstützte Sonderprojekte führten nun dazu, dass auch Kursangebote, im Rahmen der vorberuflichen Orientierung wieder verstärkt wahrgenommen werden. Wobei entscheidend ist, dass die Lehrenden sowohl außerhalb als auch innerhalb der Schule für Kunst und Theater tätig sind und die Jugendlichen bei erkennbarer Begabung oder stärkerem Interesse an Kunst gezielt „abholen“. Die Kulturverwaltung zieht daraus das Fazit: „Dass diese Maßnahmen ein höchstes Maß an Motivation und Bereitschaft zur Mehrarbeit ist, dürfte jedem verständlich sein.“

(BGZ)