Neuss: Wie die Stadtverwaltung Kreuzkröten schützen will

Neuss: Wie die Stadtverwaltung Kreuzkröten schützen will

Die Verwaltung möchte ihre Bemühungen zum Schutz der Kreuzkrötenpopulation im Bereich "Am Blankenwasser" weiter intensivieren. Im nächsten Umweltausschuss sollen die bereits getroffenen Maßnahmen und zukünftige Vorhaben vorgestellt werden. Die Verwaltung war im Juni 2017 beauftragt worden, mögliche Maßnahmen zum Erhalt und zur Stabilisierung der Populationen zu prüfen. Die Aufgabe aus artenschutzrechtlicher Sicht bestand in der Vergangenheit darin, begleitend zum Verlust von Sommer-Lebensräumen durch Überbauung/Versiegelung ausreichend Flächen vorzuhalten, auf denen sich die Kreuzkröten reproduzieren können.

So wurde unter anderem der Bau der Ökokontofläche "Habichtweg" mit Laichgewässern und Saumstreifen für Amphibien realisiert. Dort hat sich nach Angaben der Verwaltung eine neue, stabile Teilpopulation der Kreuzkröte ausgebildet. Darüber hinaus wurden Tagesverstecke und temporäre Laichgewässer auf dem Gelände des Sandhofsees geschaffen. Eine Auswertung der Maßnahmen hat jedoch ergeben, dass eines der Maßnahmenziele, und zwar die Kompensationsfläche "Gotteslinde", als neuen Lebensraum für Kreuzkröten zu erschließen, bisher nicht erreicht wurde. Vielmehr haben sich die Kreuzkröten statt der "Gotteslinde" die deutlich weiter entfernte, neu hergerichtete Ökokontofläche am Habichtweg als neuen Lebensraum erschlossen.

Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse ändert die Stadt nun ihre Strategie. So wird der Fokus in Zukunft auf die Gebiete gelegt, die von der Kreuzkröte nachweislich genutzt werden. In Zukunft möchte die Verwaltung unter anderem weitere Pflegemaßnahmen auf dem Gelände der Abgrabung "Am Blankenwasser" vornehmen. Darüber hinaus sollen Tagesverstecke im Bereich von Lagerflächen auf dem Gelände des Sandhofsees erhalten bleiben. Dies werde auch von dem Pächter unterstützt. Die aktuelle Kartierung zeige, dass sich die lokale Kreuzkrötenpopulation trotz der fortschreitenden Bebauung in einem stabilen Zustand befindet.

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Doch die artenschutzrechtlichen Vorgaben beinhalten auch Maßnahmen für Feldvögel. Zum Beispiel muss der Verlust von zwei Feldlerchen- und einem Rebhuhnrevier kompensiert werden. Die in der Kompensationsfläche "Gotteslinde" neu angelegten Saumstreifen zwischen Grünland und Gewerbeflächen sowie die Brachestreifen im Grünland bieten den Feldvögeln Deckung, Bruthabitat und Nahrungsgrundlage. Nach Angaben der Verwaltung sei sichergestellt, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Eingriffs- und Ausgleichsregelung sowie der artenschutzrechtlichen Belange weiterhin erfüllt werden.

(jasi)
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