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Neuss: Werhahns Bank 11 erreicht die Gewinnzone

Neuss : Werhahns Bank 11 erreicht die Gewinnzone

Das junge Finanzhaus, seit Neujahr 2011 im Markt, verdiente im ersten Quartal bereits erstmals Geld. Bilanz einer Erfolgsgeschichte.

Schnelligkeit - ohne an Qualität zu sparen - ist für Andreas Finkenberg ein wichtiges Kriterium. "Jeder komplett ausgefüllte Kreditantrag, der uns bis zum Mittag erreicht", verspricht der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bank 11, "wird noch am selben Tag ausgezahlt." Diese zuverlässige Schnelligkeit schätzen offenbar auch Einleger, Autohändler und Kreditnehmer. Die Zahl der Kunden schnellte auf 130 000 empor. Schnelligkeit legt die junge Bank auch betriebswirtschaftlich an den Tag. Nur drei Jahre nach Geschäftsaufnahme erreichte sie Ende 2013 den Break-Even-Point, also jenen Punkt, an dem sich Erlös und Kosten die Waage halten.

Der Trend setzt sich fort. "Im ersten Quartal des neuen Jahres verdienen wir erstmals Geld", sagt Anton Werhahn, Vorsitzender des Aufsichtsrates, der mit Stolz die ebenso schnelle wie positive Entwicklung seines jungen Finanzhauses verfolgt. Die Bank 11 ist eine 100-prozentige Tochter der Werhahn-Gruppe, die - 1841 in Neuss gegründet - mit dem Finanzunternehmen erstmals seit vielen Jahren wieder operativ in ihrer Heimatstadt tätig wird. 128 Mitarbeiter - darunter zwölf Auszubildende - beschäftigt die Bank 11 an ihrem Sitz an der Hammer Landstraße. Die haben ihre Schreibtische auf der dritten Etage des Bürokomplexes. Die vierte Etage steht leer. "Wir haben dem Vermieter gesagt, dass wir expandieren werden", verrät Finkenberg, "wir wollen dauerhaft zweistellig wachsen."

Die Bank 11 hat sich auf die Kreditfinanzierung bei Autokäufen - Neu- und Gebrauchtwagen - spezialisiert. 28 Banken von Bedeutung tummeln sich deutschlandweit auf diesem Markt der Autofinanzierung. Die Neusser Neulinge haben sich gerade einmal einen Marktanteil von gut einem Prozent erkämpft, aber ihr Image kräftig poliert. In den vergangenen beiden Jahren wurde die Bank 11 vom Düsseldorfer Branchendienst "Markt intern" in der Rubrik "Beste Autobank" auf Rang 2 gelistet - hinter dem Spezialisten Santander.

Das "Architekten"-Duo des Erfolges (v. l.): Andreas Finkenberg (Vorsitzender) und Martin Straaten sind die Geschäftsführer der Bank 11. Foto: Bank 11

Mehr als 4000 Kfz-Händler aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich inzwischen zu einer Zusammenarbeit mit dem Neusser Finanzhaus entschlossen - und monatlich kommen rund hundert weitere hinzu. Bank 11 hat den Kauf von 65 000 Autos finanziert (im Schnitt 12 000 Euro pro Kredit), deren Kfz-Briefe im Kellertresor in Neuss eingelagert sind. Zu einer Linie aufgereiht würden die Wagen von Neuss bis Würzburg stehen. Die Auszahlung für neue Kredite erreichte im Vorjahr 594 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite stehen die Einlagen, die Bank 11 nahezu ausschließlich übers Internet generiert. 774 Millionen waren es Ende 2013. Dazu bieten die Neusser Banker innovative Produkte an. Beispiel: Vielgefragt ist das Sparbriefkonto "TotalFlex" mit einer dreimonatigen Kündigungsmöglichkeit und einer Verzinsung von zurzeit 1,5 Prozent. Finkenberg: "Privatkunden erhalten damit hohe Flexibilität, verbunden mit Top-Zinsen."

Inzwischen hat die Bank 11 ihren ersten Zukauf getätigt. Die im Vorjahr übernommene C&A-Bank wurde in die Bank 11-Gruppe integriert, nach Neuss verlegt und wird als Tochtergesellschaft unter dem Namen Bank11direkt fortgeführt. Als reine Online-Bank bietet sie Spar- und Konsumentenkredit-Produkte für Privatkunden an. "Wir schnüren attraktive, faire Konditionen", ergänzt Geschäftsführer Martin Straaten, "weil wir zufriedene Kunden langfristig an uns binden wollen." Wie macht er das? "Wir behandeln unsere Bestandskunden nicht schlechter als Neukunden", sagt Vertriebsmotor Andreas Finkenberg, der hinter der Bank 11 steht, und zählt Vorzüge auf: "Günstige Preise, persönlicher Service, händlernaher Auftritt" - und Schnelligkeit, ohne an Qualität zu sparen.

(NGZ)