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Neuss: Werhahn wächst und investiert

Neuss : Werhahn wächst und investiert

Die Neusser Werhahn-Gruppe wächst weiter: 2011 erzielte das Familienunternehmen mit 9189 Beschäftigten weltweit fast 2,9 Milliarden Euro Umsatz. Eine Innovationsoffensive soll das Wachstum sichern.

Krisenzeiten sind Nestbauzeiten — die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause. Die Werhahn KG profitiert davon: "Was machen die Leute denn? Sie kochen in der eigenen Küche." Claus Holst-Gydesen, im Werhahn-Vorstand für den Messer- und Kochgeschirrhersteller Zwilling verantwortlich, freut sich über ein Rekordjahr — und ist damit nicht allein: Auch in den anderen Geschäftsbereichen steht der Mischkonzern aus Neuss (wieder einmal) glänzend dar.

Bank 11 Foto: Woitschützke, Andreas

Das Leasinggeschäft brummt, der 2010 neu gegründete Autofinanzierer "Bank 11" schafft es im ersten Geschäftsjahr auf Platz vier von 30 Autobanken im Ranking des Fachverlages "markt intern". Der Konzern reagiert dennoch zurückhaltend. Statt Feiern ist Zukunftsplanung angesagt. Dabei setzt Werhahn auf Innovation in fast allen Bereichen. Am ausgeprägtesten ist das im Sektor Natursteine zu beobachten. Werhahn investiert nicht nur in die Erforschung neuer Asphaltarten, die mit geringerem Einsatz von Rohöl kostengünstiger produziert werden können, sondern auch in Technologien, die Straßenbeläge leiser, sicherer und sogar bunter machen sollen. Weiterentwicklungen konnten auch den Bereich Schiefer nach vorn bringen: In Zusammenarbeit mit Dämmstoffherstellern werden mit Schiefer energiesparende Systeme zur Fassadengestaltung gebaut.

Zwilling hat derweil mit US-Designer Bob Kramer zwei neue Messerserien für den amerikanischen Markt entwickelt. Der Clou sind Carbonklingen — besonders scharf, leicht und einfach zu pflegen. Der Geschäftsbereich Backprodukte beschäftigt sich mit neuen Nahrungsmitteln, die weniger Salz enthalten sollen, ein Beitrag zu einer gesunderen Ernährung.

Für Vorstandssprecher Anton Werhahn sind damit die Grundlagen gelegt, um den Erfolg des Geschäftsjahres 2011 noch zu übertreffen: "Trotz Unsicherheiten wegen der ungelösten Schuldenkrise in Europa und weiterer Abkühlung der Weltwirtschaft gehen wir von einem deutlich besseren operativen Ergebnis am Jahresende aus."

(NGZ/rl/url)