1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Wer kauft das Hamtor-Hochhaus?

Neuss : Wer kauft das Hamtor-Hochhaus?

Die bald 50 Jahre alte Immobilie mitten in der Innenstadt soll verkauft werden. Erster Interessent ist der Neusser Bauverein. Der will aber erst das Projekt umfangreich prüfen, ehe er konkret verhandelt.

Mit einer Höhe von 40 Metern ist das Hamtor-Hochhaus am Hamtorwall eines der stadtprägenden Gebäude. Jetzt soll es verkauft und anders als heute genutzt werden. Top-Interessent ist die Neusser Bauverein AG.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Vorstandsvorsitzender Frank Lubig: "Eine spannende Immobilie. Wir haben großes Interesse." Allerdings gebe es noch keine konkreten Gespräche und Pläne, wie eine Umnutzung ausehen könnte. Gestern traf sich Lubig zu einem ersten Gespräch mit dem Verhandlungsführern der Erbengemeinschaft.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Hamtor-Hochhauses. Dabei blieb es denn auch. Aufgrund eines Todesfalls im Kreis der Eigentümer soll nun offenbar der Zeitpunkt gekommen sein, in dem man sich von dem Objekt trennen will. Als ein Unternehmen, das eine solche Aufgabe, auch unter stadtgestalterischen Gesichtspunkten, bewältigen kann, gilt der Neusser Bauverein, der aus dem Horten-Kaufhaus ein Theater machte.

Der Innenstadt-Turm ist bald 50 Jahre alt. Anfang 1961 entschloss sich der damalige Stadtrat, das Grundstück, auf dem das Hamtor-Hochhaus steht, zu verkaufen. Dort sollte das erste Hochhaus entstehen. Zwei Jahre später war es soweit: Im Frühjahr 1963 war das 40 Meter hohe Gebäude fertig, wurden in dem Hotel die ersten Gäste empfangen.

Das Hochhaus bietet noch heute eine ungewöhnliche Struktur: Es ist ebenso Hotel wie Wohnhaus; es beherbergt heute im Untergeschoss das Restaurant "Mauerwerk" und bot über Jahre hinweg im Erdgeschoss eine Bar. In den Anfangsjahren war dies das "Maxim". Zu Beginn gab es in den drei untersten Etagen der insgesamt 13 Stockwerke die Hotelanlage mit 48 Betten in 24 Einzel- und zwölf Doppelzimmern. Die vierte und fünfte Etage wurden damals so konzipiert, dass sie bei Bedarf dem Hotelbetrieb zugeschlagen werden konnten. Darüber lagen und liegen Wohnungen.

Bauverein-Chef Lubig spricht von "umfangreichen Prüfungen" des in die Jahre gekommenen Komplexes. Sie seien notwendig, ehe es konkret werden könne: "Wie ist der bauliche Zustand? Wie lange läuft der Pachtvertrag des Hotels? Wie sehen die Wohnungen aus? Wie groß sind die Flächen — viele offene Fragen."

Damals wie heute sind Seniorenwohnungen im Gespräch wenn es um eine neue Nutzung geht. So könnte aus dem früheren "Maxim" eine Begegnungsstätte werden. Zum Hamtor-Hochhaus gehört auch der nahe Parkplatz — ein Gesamtareal, für das der Bauverein durchaus eine "städtebauliche Verpflichtung" ausmacht.

(NGZ)