Neuss: Wenn's im Schulbus eng wird

Neuss : Wenn's im Schulbus eng wird

Für viele Schüler ist es ein täglicher Kampf, morgens und mittags einen Platz im Bus zu bekommen. Gegenüber dem Stadtelternrat relativierten die Stadtwerke die Probleme: Oft liegt es an den Schülern selbst.

Überfüllte Busse, die an manchen Haltestellen gar nicht erst anhalten, weil sie ohnehin niemanden mehr aufnehmen können und Kinder, die mit großen Schul- und Sporttaschen dicht gedrängt in Bussen stehen, ohne die Chance, sich irgendwo festhalten zu können — Alltag an Neusser Bushaltestellen. Morgens und mittags, wenn die meisten Schüler gleichzeitig zu ihren Schulen fahren oder schnellstmöglich nach Hause wollen, wird es regelmäßig eng in den Bussen. Auf der Suche nach Verbesserungen sprach der Stadtelternrat jetzt mit Uwe Koppelmann, dem Fahrdienstleiter der Neusser Stadtwerke. Sein Fazit: So schlimm sei es nicht und die Schüler seien mit ihrem Verhalten für die Situation meist selbst schuld.

Müssen mehr Busse eingesetzt, gar neue Linien geschaffen werden, damit die Kinder so direkt wie möglich zu ihren Schulen kommen? Wie alt sind die Statistiken, nach denen die Stadtwerke ihre Busse einsetzen? Ist es gar sinnvoll, die Schüler über I-Phone-Apps zu informieren, wann mit Einsatzwagen an ihrer Haltestelle zu rechnen ist? Außerdem wüssten die Kinder nicht, wann Extra-Busse eingesetzt würden, zu eng gedrängt stünden sie in den Fahrzeugen oder müssten zu lange warten. Das waren die Fragen und Beschwerden der Eltern, auf die Koppelmann gelassen reagierte: "Alle Kinder gleichzeitig zu befördern, ist eine Aufgabe, die wohl keine Verkehrsbetriebe der Welt ohne Probleme schaffen würden", sagte er. Der großen Menge von Schülern zu bestimmten Zeiten begegneten die Stadtwerke ohnehin mit dem Einsatz von Extra-Bussen, die ebenso nach einem festen Schema fahren wie die regulären Linienbusse. Wann genau, sei auf der Webseite des VRR leicht herauszufinden, ein I-Phone-App mit Hinweisen auf die Fahrpläne gebe es bereits. Neue Linien einzuführen sei nicht nötig, da bereits gute Verbindungen bestünden, die Neuss jeweils auf einer Nord-Süd- und einer Ost-West-Schiene versorgten.

Problematisch und Ursache des großen Gedrängels ist aus Koppelmanns Perspektive eher das Verhalten der Schüler, die etwa nach Unterrichtsschluss alle in den ersten Bus zu kommen versuchten: "Manchmal muss man eben auf den nächsten Bus warten, der nur wenige Minuten später kommt", sagte Koppelmann. Dynamische Informationsschilder an den Schulen aufzustellen, die wie in der Innenstadt auf den nächsten Bus hinweisen, sei wegen eines Preises von rund 25 000 Euro pro Schild kaum möglich, da diese lediglich zweimal eine halbe Stunde pro Tag gefragt seien. Koppelmann versprach jedoch: "Wir bemühen uns, Ihre Kinder so zügig, so schnell, so sicher wie möglich zu transportieren."

(NGZ)