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Neuss: Weniger Besucher im Nordbad

Neuss : Weniger Besucher im Nordbad

Weil die Besucherzahlen im renovierten Nordbad weniger hoch sind als erwartet, wurde der Mittwoch für die Öffentlichkeit ganz gestrichen. Davon profitieren Schulen und Schwimmverein.

Die Nordstädter ziehen offenbar weniger gerne ihre Badesachen an als gewünscht. Keine andere Erklärung lässt die Maßnahme der Neusser Bäder und Eissport GmbH zu, die seit Mittwoch der Öffentlichkeit eine Schwimmzeit entzogen hat. Drei 25-Meter-Bahnen standen mittwochs von 8 bis 21 Uhr den Schwimmbegeisterten zur Verfügung. Die können jetzt Schulen und der Neusser Schwimmverein in Anspruch nehmen.

Die Zahlen waren seit des Umbaus und der Sanierung des Bades nicht so, wie es sich Bäder-Manager Matthias Braun und die anderen Verantwortlichen gewünscht hätten. Sie sprechen von einer "eher schwachen Auslastung." In Zahlen: Etwa 100 Besucher kamen zuletzt mittwochs und donnerstags. Viel zu wenig. "An anderen Tagen sind es 300 bis 400", sagt Pressesprecher Jürgen Scheer. Noch ein Vergleich: Im ebenfalls umgebauten Südbad in Reuschenberg werden an manchen Tagen im Hallenbad um die 1000 Besucher registriert. Scheer gibt zu: "Es könnten ruhig ein paar Nordstädter mehr kommen." Die Überlegung, eine besucherschwache Zeit für nur für Frauen zu reservieren, gab es offenbar nicht. "Das grundsätzliche Thema wird im Aufsichtsrat Ende März diskutiert, und dann wird es einen Vorschlag für die Politik geben", so Scheer. Dort werden auch die Besucherzahlen 2010 diskutiert, die Scheer für das Nordbad gestern nicht mitteilen wollte.

Nur wenn Ferien sind (Ostern, Sommer, Weihnachten), dann gilt wieder die alte Regelung und das Nordbad ist mittwochs auch für die Öffentlichkeit nutzbar. In den Herbstferien bleibt das Bad an der Neusser Weyhe wegen der jährlichen Grundreinigungs- und Reparaturarbeiten komplett geschlossen. Von 8.15 bis 15 Uhr können jetzt Schulen aus der Nordstadt und der Innenstadt mehr Schwimmzeiten erhalten. Ab 15 Uhr gehören die Bahnen dem Neusser Schwimmverein. Der verspricht sich davon und überhaupt von neuem Ambiente im Nordbad eine Steigerung der Mitgliederzahlen. "Für uns ist das ein Schub", sagt NSV-Vorsitzender Siegfried Willecke. "Denn der Mittwoch ist unser Haupt-Trainingstag." Lagen vor dem Umbau des Nordbades die Mitgliederzahl bei 1400, so sank diese zum Ende der Arbeiten auf unter 1200. "Jetzt sind wir wieder bei fast 1300 und wollen weiter wachsen."

Ein Indiz, dass die Nordstädter ihrem Stammbad deutlicher als erwartet den Rücken zeigen, ist auch die Einschränkung der Öffnungszeiten an Wochenenden: Von Mai bis August ist das Nordbad samstags und sonntags nur bis 18 Uhr geöffnet. "An Tagen mit Freibadwetter und vielen Gästen werden wir spontan entscheiden, ob wir das Bad bis 20 Uhr geöffnet halten", sagt Betriebsleiter Alexander Bride.

(NGZ)