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Neuss: Weniger bauen am Stadtrand

Neuss : Weniger bauen am Stadtrand

Die Grundlagen für einen neuen Flächennutzungsplan sind geschaffen. Die Politik bestimmt nun, wie viele Flächen für Wohnen und Gewerbe entwickelt werden. Die Neuss Agenda kritisiert einen zu hohen Flächenverbrauch.

Mit einem neuen Flächennutzungsplan (FNP) wollen Verwaltung und Politik die Stadt in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens weiterentwickeln. Es geht um Wohnen, Verkehr, Freizeit oder Grünflächen.

Das Thema ist so wichtig, dass die Mitglieder des Planungsausschusses in einer Sondersitzung über das von externen Fachleuten entwickelte "Räumliche Strukturkonzept" diskutieren werden. Diese Konzeption liefert die Grundlage für den neuen FNP.

Die Politiker müssen sich dabei auch mit den Bedenken des Forums Stadtentwicklung der Neuss Agenda auseinandersetzen. Das lehnt große Neubaugebiete in den Außenbereichen klar ab. "Freiflächen müssen dauerhaft geschützt werden", sagen die Sprecher Roland Kehl und Heinz Hick.

Darum geht es Die Bevölkerung soll bei etwa 150 000 Einwohnern gehalten werden. Warum? Würde nicht gegengesteuert, könnte, so argumentiert die Stadt, der demografische Wandel zu Schließungen und Einschränkungen bei Schulen und im Nahverkehr führen.

Zudem wäre die vorhandene Infrastruktur nicht ausgelastet, könnten bestimmte Leistungen nicht mehr erbracht werden, würde die Stadt wiederum für Auswärtige uninteressanter. Daraus ergeben sich Handlungsempfehlungen der Gutachter:

Wohnen Es gibt bis zum Jahr 2025 einen Wohnbauflächenbedarf von 140 Hektar (für 4650 Wohnungen). Weil die Stadt aber bereits Reserveflächen vorhält, müssen in einem neuen FNP nur 60 Hektar neu ausgewiesen werden.

In den Untersuchungen haben sich dabei folgende Standorte als realisierbar herausgestellt: Allerheiligen (Kuckhof West und Ost), Grefrath (Lanzerather Straße), Grimlinghausen (Süd-Ost), Hoisten (westlicher Ortsrand), Uedesheim (Kreuzfeld).

Wirtschaft Die Stadt soll Gewerbeflächen für eine künftige Entwicklung bereitstellen, benötigt werden rund 30 Hektar neue Flächen. Mögliche neue Standorte: Erweiterung Kreitzweg (Holzheim), Kruppstraße (Norf-Derikum) und Kuckhofer Straße (Allerheiligen).

Mobilität Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Einer Aufwertung bedürfen die Bergheimer und Jülicher Straße, Bonner Straße und Further/Venloer Straße. Erheblichen Verbesserungsbedarf wird in den Bus- und Bahnverbindungen gesehen.

Energie Die Stadt hat Gutachten in Auftrag gegeben, die untersuchen sollen, ob es größere Flächen im Stadtgebiet gibt, die für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Windkraft oder mittels Photovoltaik geeignet sind. Ergebnisse sollen Anfang 2012 vorliegen.

Das sagt das Forum Stadtentwicklung "Positiv ist, dass die Gutachter verstärkt auf die Innenentwicklung von Wohnbauflächen setzen", so Kehl und Hick. Sie sehen allerdings einen deutlich geringeren Wohnflächenbedarf insgesamt.

"Viele kleinere Flächen wurden nicht in die Berechnung einbezogen." Das Forum kritisiert "unklare Prognosedaten" und fordert ferner die Sicherung von hochwertigen Ackerflächen.

(NGZ)