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Landtagswahl: Wen schicken die Neusser in den Landtag?

Landtagswahl : Wen schicken die Neusser in den Landtag?

Im Wahlkreis Rhein-Kreis Neuss I (44) ist die Entscheidung zwischen den beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Jörg Geerlings (CDU) und Fritz Behrens (SPD), nicht nur Polit-, sondern auch Generationen-Duell. Die CDU setzt in der Auseinandersetzung mit dem früheren NRW-Innenminister der SPD auf ihren jungen Stadtverbandschef.

Der Landtagswahlkreis Neuss ist für SPD-Kandidaten schon seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr vergnügungssteuerpflichtig: Mit 52,1 Prozent holte der Erfttaler Christdemokrat Heinz Sahnen (63) im Mai 2005 das Direktmandat. Das waren noch einmal 8,7 Prozent mehr für die CDU als bei der Landtagswahl im Jahr 2000. Bayerische Verhältnisse an Rhein und Erft. Die Zeiten, in denen Friedhelm Farthmann (79) das Landtagsmandat für die SPD gewinnen konnte (1985, 1990) sind längst Geschichte.

Der einfachste Weg aus CDU-Sicht wäre sicher eine erneute Kandidatur Sahnens gewesen, der in der Vergangenheit in Neuss nicht nur bei Wahlen eine sichere Bank war, sondern sich in den letzten zehn Jahren im Landtag auch mit Sacharbeit, vor allem im Bereich Wohnungsbau und Infrastruktur, einen Namen gemacht hat. Die dritte Legislaturperiode im Landtag jedoch bleibt Sahnen verwehrt. Jörg Geerlings (37) warf seinen Hut in den Ring, drängte auf einen Generationswechsel - und hatte letztlich in der parteiinternen Kampfabstimmung die Mehrheit hinter sich. Damit muss sich SPD-Kandidat Fritz Behrens (61) im Wahlkreis mit einem neuen Gegner messen. Ob ihm das hilft, bleibt abzuwarten.

Bei der Wahl 2005 hatte der langjährige Innenminister von Nordrhein-Westfalen im zweiten Aufeinandertreffen mit Sahnen Federn lassen müssen: Bei Stimmenverlusten von 5,8 Prozent rutschte er auf insgesamt 30,4 Prozent ab. Den Sitz im Landtag gab's nur über die Reserveliste der SPD, auf der Behrens auch jetzt wieder abgesichert ist (Platz 10). Geerlings dagegen, ausgestattet mit Listenplatz 82, muss den Wahlkreis holen, wenn er ins Düsseldorfer Parlament einziehen will.

Hans Christian Markert (Bündnis 90/Die Grünen) verfügt mit Platz 18 auf der Landesliste seiner Partei noch über eine vergleichsweise gute Startnummer, Hans-Peter Fantini (FDP) hingegen verfügt über keine Absicherung. Neben Richtungsentscheidungen, etwa zum Schulsystem, versuchen die Kandidaten ihr Profil auch über lokale Fragen zu schärfen. Fast schon ein Dauerbrenner: "Wie stehen Sie zum Verhältnis zwischen Stadt und Rhein-Kreis Neuss?"

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis 44

- Oliver Reising (Linke)
- Marion Anneliese Schäfer (Die Tierschutzpartei)
- Merjan Oliver Wagner (Zentrum)
- Hugo Hoff (Piraten)
- Andrea Kristina Buick-Feltes (Familie)
- Norbert Rudolf Back (pro NRW)

Noch mehr Infos zur NRW-Landtagswahl 2010 finden Sie in unserem Special.

Hier geht es zur Infostrecke: Landtagswahl: Fragen an die Kandidaten im Wahlkreis 44

(dhk)