Neuss: Weihnachtsrenntag bringt guten Umsatz

Neuss: Weihnachtsrenntag bringt guten Umsatz

Mit vier Siegen auf der Neusser Galopprennbahn holt Alexander Pietsch im Kampf ums Jockey-Championat mächtig auf.

Die erwartete Vorentscheidung im Kampf um das begehrte Jockey-Championat fand beim Samstag-Renntag in Neuss nicht statt. Von den acht Rennen gewann Alexander Pietsch vier mit den Pferden Pat`s Best, Shilo, Edelstein und Romantic Angel. Der mit dem Vorsprung von drei Siegen in Neuss antretende dreifache Champion und Titelverteidiger Filip Minarik musste sich mit einem Sieg durch Chalcot begnügen und so stand es nach den acht Rennen 68:68 Unentschieden.

Interessant war die Variante der Live-Übertragungen mit dem französischen Mehrheitspartner des deutschen Galopprennsports. Zunächst wurde Neuss halbstündig eingeblendet mit der legendären Trabrennbahn in Paris-Vincennes, am Ende wurde es gekoppelt mit Rennen in Chile, einem weiteren Partnerland der Franzosen. Rüdiger Schmanns vom Galopper-Dachverband, der die Sendezeiten aus Neuss koordinierte: "Die Umsätze der ersten Rennen waren sehr gut. Es ging mit etwas Verspätung los, weil es in Vincennes ein technisches Problem mit einem Sulky gab."

Gleich im ersten Rennen begann Alexander Pietsch seine Aufholjagd, im Sattel des frischen Siegers Pat`s Best deklassierte er die Gegner. Starke Nerven zeigte Filip Minarik im zweiten Rennen um den Killepitsch-Preis der Likörfabrik Peter Busch. Im letzten Galoppsprung sicherte er sich den Sieg mit der Stute Chalcot, Kylina mit Jozef Bojko schien schon auf der Siegerstraße. Für Maxim Pecheur und sein einstiges Derbypferd von 2013 Amourus Adevnture vom Stall Heymann reichte es immerhin zu einem vierten Platzgeld von 650 Euro. Der nicht von Erfolgen verwöhnte Stall konnte sich im siebten Rennen über die Stute Forever Aventure freuen, die Maxim Pecheur zu einem überlegenen Sieg ritt. Überlegen fiel auch der zweite Pietsch-Sieg mit der zweijährigen Stue Shilo aus, die der vierfache Champion und Trainer-Vizepräsident Christian von der Recke gesattelt hatte. Recke: "Die Stute hat sicher von der Routine ihres bereits siebten Starts profitiert. Wir waren schon sehr optimistisch. So überlegen hatten wir den Erfolg aber doch nicht erwartet."

  • Lokalsport : Die wundersame Heilung des Alexander Pietsch

Der bereits neunjährige Wallach Kiowa ist auf den deutschen Rennbahnen seit Jahren eine bekannte Erscheinung. Am Samstag absolvierte er seinen 31. Sandbahnstart. Seine Bekanntheit verdankt er seiner Vorliebe, sofort nach dem Start in Führung zu gehen. Immer solange die Kraft reicht und die Reiter ihn bei Laune zu halten. Miguel Lopez gelang das in Neuss bestens und so gewann er zur Quote von 213:10 auf Sieg sein fünftes Rennen auf Sand, insgesamt sein elftes. Trainerin des Pferdes ist die Tierärztin Renate Fries-Jung aus Hannover, ihrem Ehemann Professor Reinhard Fries gehört das ungewöhnliche Pferd. Am 4. April in Krefeld hat der Professor sein Pferd sogar im Rennen geritten. Zwar ohne Erfolg, aber gesund und mit großer Freude.

Die Pietsch-Serie ging mit dem von der einstigen Championesse und Perlenketten-Siegerin Olga Laznovska auf dem Gelände von Schloss Arff in Köln-Worringen trainierten Dauerläufers Edelstein im fünften Rennen weiter. Das Fachblatt Sport-Welt vermutete ihn nicht als Sandbahnspezialisten. Aber Edelstein kann schließlich nicht lesen und ließ sich davon nicht beeindrucken. Auch der vierte Pietsch-Treffer mit der Stute Romantic Angel aus dem Stall von Markus Waldemar Falk aus Beckingen-Honzrath im Saarland im sechsten Rennen fiel deutlich aus. Im letzten Rennen verpasste Pietsch die Führung durch eine Niederlage mit dem aus Leipzig angereisten Mister Spock gegen den Bahnspezialisten Beacon Hill mit Maxim Pecheur bei dessen zweiten Tagessieg. Pech für Minarik, sein aussichtsreicher Ritt Tim Rocco wurde abgemeldet.

(kgö)