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Neuss: Weihnachten im Stall – urig oder unbequem?

Neuss : Weihnachten im Stall – urig oder unbequem?

Gemütlich ist das Leben im Stall nicht immer. Wir haben drei Kinder gefragt, wie sie sich ein Weihnachtsfest im Stall vorstellen. Es ist dreckig, kalt und stinkt – wer im Winter einen Stall betritt, darf nicht allzu zart besaitet sein. Schon gar nicht, wenn es darum geht, hier eine ganze Nacht zu verbringen. So wie es Maria und Josef in der Weihnachtsgeschichte getan haben.

Gemütlich ist das Leben im Stall nicht immer. Wir haben drei Kinder gefragt, wie sie sich ein Weihnachtsfest im Stall vorstellen. Es ist dreckig, kalt und stinkt — wer im Winter einen Stall betritt, darf nicht allzu zart besaitet sein. Schon gar nicht, wenn es darum geht, hier eine ganze Nacht zu verbringen. So wie es Maria und Josef in der Weihnachtsgeschichte getan haben.

Doch besser, dass ein Zaun dazwischen ist: Sebastian, Sara und Benjamin (v.l.) mögen lieber Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Sebastian (7) kann sich das überhaupt nicht vorstellen. "Wenn meine Eltern das machen wollten, würde ich einfach allein zu Hause bleiben und die ganzen Geschenke auspacken", sagt er und grinst. "Jetzt wäre es zu kalt, um im Stall zu schlafen", findet auch Benjamin (9). Allerdings sei das in der Weihnachtsgeschichte anders gewesen. "Das war ja in der Wüste", weiß der Schüler. In der St. Hubertus Schule haben die beiden die Weihnachtsgeschichte schon durchgenommen.

Sebastian (links) und Benjamin erzählen von Weihnachten. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Benjamin erzählt sie so: "Der Kaiser wollte wissen, wie viele Leute es in seinem Reich gab. Alle sollten kommen, um sich zählen zu lassen. Maria war schwanger und ist auf einem Esel geritten, aber als sie bei der Stadt ankamen, hat sie keiner mehr reingelassen. Dann haben sie in einem Stall geschlafen und Maria hat dort das Kind zur Welt gebracht." Wenn schon im Stall übernachten, dann wenigstens bei den niedlichen Kaninchen auf dem Kinderbauernhof, findet Benjamin.

Die sind klein und weich und auch nicht so angriffslustig wie die zwei großen Weideschweine, die ihr Domizil gleich gegenüber von den Langohren haben und nicht gerade zimperlich miteinander umgehen. Sebastian sind die Grunzlaute nicht ganz geheuer. "Ist das ein Pflanzenfresser?", fragt er und schaut etwas ängstlich in Richtung Gehege. Er mag es lieber stubenrein und kuschelig: Katzen sind seine Lieblingstiere. "Meine Katze heißt Lucy und ist drei Jahre alt", sagt er stolz.

Und wie es wohl ist, in einer Futterkrippe zu schlafen? Benjamin macht immerhin Bekanntschaft mit einem "Bett" auf bäuerliche Art: einem Strohballen. "Der ist nass, aber wenigstens weich", ist sein Fazit. Das eigene Bett wäre ihm aber doch lieber.

Sara (9) hat schon einmal die Maria in einem Krippenspiel gespielt. Zu den Tieren auf dem Kinderbauernhof bleibt sie aber lieber auf Abstand. "Wenn man dann mit denen kuschelt und die Aa machen, ist das nicht mehr so schön", meint sie. Auch bei den gutmütig dreinblickenden Eseln ist sie lieber vorsichtig. Zu Weihnachten wünscht sie sich auch nicht etwa ein Haustier, sondern ein Rätsel. Auch Benjamin liebt Denksport. Er hat einen Detektiv-Adventskalender, bei dem er jeden Tag eine Aufgabe lösen muss. Einen Ochsen, der in der Weihnachtsgeschichte über das neugeborene Kind wacht, hat nur Sebastian schon einmal gesehen. "Bei einem Freund von meinem Urgroßopa in der Eifel steht einer auf der Wiese", erzählt er.

Bei Sebastians Familie gibt es zu Weihnachten Truthahn zu essen. Der Neunjährige freut sich schon richtig. Was wohl die Familie aus der Weihnachtsgeschichte gegessen hat? Die Kinder sind etwas ratlos. "Heu vielleicht?", fragt Benjamin. Davon gibt's im Stall schließlich genug.

(NGZ/rl)