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Neuss: Weg frei für den Supermarkt?

Neuss : Weg frei für den Supermarkt?

Ein 800 Quadratmeter großer Discounter im Kirmesplatz-Eck Finken- und Nachtigallenstraße – so könnte die Nahversorgungslösung für Reuschenberg aussehen. Bürgermeister Herbert Napp spricht von einem Durchbruch.

Die einvernehmliche Lösung scheint zum Greifen nahe. Reuschenberg benötigt neben Kaisers einen zweiten Nahversorger. Der soll nun in Form eines 800 Quadratmeter großen Discounters kommen. Auch der Standort zeichnet sich ab: Auf dem Eckgrundstück des Kirmesplatzes, dort wo sich Nachtigallen- und Finkenstraße kreuzen. Mit diesem Ergebnis endeten die Beratungen am "Runden Tisch", an dem Vertreter der Einzelhändler, Anwohner, Schützen, Schausteller und auch Kirchen saßen. Von einem "Durchbruch" spricht Bürgermeister Herbert Napp; jetzt sei nur noch "Feinarbeit" zu leisten. Der Rathaus-Chef lässt eine entsprechende Verwaltungsvorlage erarbeiten.

Dass Bedarf für einen zweiten Nahversorger in Reuscheberg ist, war im Grundsatz immer unstrittig. Doch über die Frage, ob ein Supermarkt mit Vollsortiment oder ein kleinerer Discounter angesiedelt werden soll, klafften die Meinungen auseinander. Vor allem aber wurde um den richtigen Standort wurde gerungen. Die Diskussion um die Ansiedlung eines Supermarktes auf dem Kirmesplatz drohte die Reuschenberger zu spalten.

Neben der jetzt favorisierten Variante war lange Zeit eine "große Lösung" angestrebt worden: Ein Vollsortiment-Supermarkt in einem bis zu 2000 Quadratmeter großes Gebäude und womöglich mit einem Fitnessstudio im zweiten Geschoss – errichtet Mitten auf dem Kirmesplatz. Die Folge: Die Schützen und ihr Festzelt müssten von ihrem angestammten Standorten umziehen. "Wir würden näher an die Bebauung Finkenstraße rücken", sagt Hans Conrads (61), Geschäftsführer des Bürger-Schützen-Vereins, "da befürchte ich, würde es schnell zu Klagen der Anwohner aufgrund von Lärmbelästigung kommen." Mit der jetzt gefundenen Lösung ist Hans Conrads zufrieden. Nicht nur als Schütze. Auch aus Sicht der Einzelhändler, der Hauseigentümer und der Bürger begrüßt er das Projekt in der besprochenen Dimension. "Wir profitieren alle von der Ansiedlung", sagt Conrads, der bis 2005 ein Möbelgeschäft führte und heute Vermieter von Einzelhandelsfläche ist.

Für Conrads ist der Discounter eine "sinnvolle Ergänzung" des bestehenden Angebotes: "Er wird zu mehr Frequenz und einer Belebung führen." Den Vollsortimenter hatte auch der erfahrene Geschäftsmann abgelehnt: "Frischemarkt, Fleischtheke, Blumengeschäft, Bäckerei und Kiosk hätten sich negativ auf die Geschäfte in der bestehenden Ladenzeile entlang der Bergheimer Straße ausgewirkt." Städtisches Flair und Leben wäre nach Auffassung von Hans Conrads verloren gegangen.

Bürgermeister Napp kündigte auf Anfrage der NGZ an, die Fragen der Liegenschaft würden zunächst abgeklärt, "dann wird die Verwaltung dem Planungsausschuss und dem Rat die Ergebnisse vorlegen."

(NGZ)