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Neuss: "Waterfront" wird 2012 gebaut

Neuss : "Waterfront" wird 2012 gebaut

Der spektakuläre Vorschlag des Neusser Architekten Oliver Ingenhoven, am Hafenbecken I ein Gebäude in Schiffsbug-Form zu bauen, ist vier Jahre alt. Jetzt steht das Projekt vor der Verwirklichung.

Er ist ein städtebaulich kühner Entwurf und er steht vor der Verwirklichung: Im kommenden Jahr soll am Hafenbecken I die "Neusser Waterfront" gebaut werden. Das kündigte Bürgermeister Herbert Napp jetzt an. "Ich bin sicher, dass wir im nächsten Jahr dort eine Bauaktivität sehen werden."

Parallel soll dann eine Fußgängerbrücke einen Übergang von der Münsterstraße über die Batteriestraße zu diesem Kopfgebäude der Waterfront führen. "Dieser Bereich hat sich mit Pegeltreppe und dem ersten Teil der Uferpromenade schon sehr gut entwickelt."

Als Oliver Ingenhoven vor etwas mehr als vier Jahren seinen Entwurf vorlegte, hielt Neuss den Atem an, so futuristisch empfanden viele das Vorhaben des Neusser Architekten. Ein Neubau (Kopfgebäude) auf dem Grundstück vor der Cretschmarhalle (Jugendeinrichtung Greyhound Pier 1), das dem Bug eines Schubschiffes nachempfunden ist.

Dazu die neue Achse über die Münsterstraße und das Grundstück der ehemaligen Münsterschule per Brücke ans Hafenbecken, um Neuss näher ans Wasser zu bringen. Ingenhovens damaliger Vorschlag, eine neue Marienberg-Mensa in die Cretschmarhalle zu integrieren, ist bereits umgesetzt. Jetzt also die "Waterfront".

Klaus Harnischmacher, Chef der Stadthafen Neuss, eine Tochter des Neusser Bauvereins, hat als Projektentwickler und möglichen Bauträger das Aachener Unternehmen Nesseler & Grünzig gewonnen. Das prüft derzeit die Umsetzung des fünf Millionen Euro teuren Projektes.

Im Erdgeschoss und auf vier Etagen stehen insgesamt 2500 Quadratmeter Flächen (aufgrund der Gebäudeform von oben nach unten abnehmend) für Büro- und Gewerbenutzung zur Verfügung. Die Flächen sollen verkauft, nicht vermietet werden. Wohnungen wird es dort ebenso wenig geben wie Einzelhandel. Offenbar auch keine Gastronomie.

Derzeit gebe es laut Bürgermeister Napp für 60 bis 79 Prozent der Flächen ernsthafte Interessenten. Sollte Nesseler & Grünzig von dem Vorhaben zurücktreten, würde, so erklärte gestern Harnischmacher unserer Zeitung, die Stadthafen Neuss GmbH einspringen. Wie es konkret weiter geht, wird sich Ende Januar/Anfang Februar entscheiden.

Klar ist, das zeigten damals die Reaktionen der Neusser und der Politik, dass die "Waterfront" so umgesetzt wird: "Das Gebäude wird so gebaut wie geplant", sagt Oliver Ingenhoven, der eng in die Planung eingebunden ist. Veränderungen wird es bei den Materialien geben, die Aussichtsplattform wird nicht über das Hafenbecken ragen (dürfen). "Wir sitzen in den Startlöchern."

(NGZ)