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Neuss: Wasserturm Norf als Treffpunkt

Neuss : Wasserturm Norf als Treffpunkt

Als der Wasserturm in Norf 1904 gebaut wurde, sollte er Schloss Müggenburg mit Wasser versorgen. Mit der Zeit verlor er an Bedeutung. Vor sechs Jahren wurde entschieden, den Turm zu renovieren. Jetzt wurde er wiedereröffnet.

Ganze sechs Jahre — so lange ist der Wasserturm in Norf restauriert worden. Am Wochenende hatte die Wartezeit ein Ende, der Turm wurde eingeweiht. Viele alteingesessenen Norfer kamen, um sich den neuen, alten Turm anzusehen — und um in Erinnerungen zu schwelgen. "Als kleines Kind bin ich immer in den Turm reingeklettert, obwohl das verboten war. Das war unglaublich abenteuerlich", erinnert sich Marlies Köntges, die nicht weit vom Wasserturm aufgewachsen ist. Ihr geht es wie vielen Neussern, die zur Wasserturm-Wiedereröffnung gekommen waren: "Ich freue mich sehr, dass dieses Norfer Wahrzeichen erhalten bleibt."

1904 wurde der Turm gebaut, um das angrenzende Schloss Müggenburg mit Wasser zu versorgen. Nach der Fertigstellung hatten die Stadtwerke Neuss das Schloss schon an ihre Versorgung angeschlossen. So verlor der Turm seine Bedeutung — und verfiel immer mehr. "Ende der 90er Jahre war der Turm für kurze Zeit ein Lager für Diebe. Hier waren einige Schlafplätze, und das Diebesgut lagerte im Erdgeschoss", erzählt Christian von Waldthausen, der Besitzer des Turms. In den vergangenen Jahren war der Turm einsturzgefährdet und zu einer Gefahr für die Menschen geworden.

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Vor sechs Jahren fasste der Heimatverein Norf den Entschluss, den Turm zu erhalten. Ein Jahr später wurde ein Mietvertrag mit dem Besitzer abgeschlossen, die Restaurierung begann. "Durch viele Spenden ist es uns gelungen, den Turm wieder aufzubauen und ein Stück Norfer Geschichte zu erhalten", sagt Kurt Königshofen, Pressewart des Heimatvereins. "Allein die NRW-Stiftung hat mit 40 000 Euro fast die Hälfte der benötigten Geldmenge gespendet. Davon haben wir die neue Treppe einbauen lassen." Insgesamt hat der Aufbau 100 000 Euro gekostet. Finanziert wurde das Ganze durch Spenden. "Wir möchten unsere regionale Verbundenheit zeigen", sagte Wilfried Bongartz von der VR Bank, die einer der Großspender war. "Uns lag vor allem am Herzen unsere Bürgernähe zu zeigen und etwas für die Norfer zu erhalten", ergänzt Karl-Heinz Faszbender von der Sparkassenstiftung. Viele Neusser spendeten Material oder stellten ihre Arbeitskraft zur Verfügung, um den Turm zu restaurieren.

Wegen des großen Andrangs bildete sich eine lange Schlange vor dem Turm-Eingang: Alle wollten das Turmzimmer, den einzigen Raum des Turms, sehen. In Zukunft wird der Heimatverein dort seine Vorstandssitzungen abhalten. "Wir hoffen, dass sich demnächst auch Brautpaare im Turmzimmer trauen lassen können. Das muss aber noch mit der Stadt abgeklärt werden", sagt Kurt Königshofen.

(NGZ/rl)