Neuss: Wassersportler ziehen aufs Case-Gelände

Neuss: Wassersportler ziehen aufs Case-Gelände

Die Hafenmole II soll für industrielle Zwecke freigemacht werden. Ruderer und Kanuten sollen deshalb in den geplanten Insel- und Uferpark umziehen. Dort hätten sie dauerhaftes Bleiberecht und könnten ein Leistungszentrum aufbauen.

Die Hafenmole II zwischen Hansastraße und Danziger Straße wird für Hafennutzungen geräumt. Das bedeutete schon zum Jahreswechsel das Aus für die Eventhalle auf der Industriebrache von ehemals "Ideal Standard", jetzt sollen auch die Wassersportler ihre Bootshallen an der Spitze dieser Landzunge abbauen. Sie sollen aber nicht nur, sie wollen auch, denn als neuer Standort ist das ehemalige Case-Gelände auf der Nachbar-Mole anvisiert. "Eine klassische Win-Win-Situation", wirbt Bürgermeister Herbert Napp für diese Idee, über die im Rat noch kein Wort verloren wurde.

"Wir sind in Sondierungsgesprächen", formuliert denn auch Klaus Harnischmacher vorsichtig, der Geschäftsführer der Stadthafen GmbH. "Der Rat hat noch nicht zugestimmt", ergänzt Joachim Goetz, erster Vorsitzender des Neusser Rudervereins (NRV), den der Umzug vor allem beträfe. Doch auch sie sind beide für das Projekt — wenn das Vorhaben zu bezahlen ist. Der NRV-Vorstand hat den Auftrag, ein Finanzierungsmodell auszutüfteln. Das würde er auch tun, erklärt Goetz, allerdings erlebt er derzeit die "x-te Revision des Lageplanes". Denn das neue Domizil der Ruderer und Kanuten soll sich einfügen in den Insel- und Uferpark, der als grünes Band an der Westseite der Hafenmole I und an deren Spitze entstehen und die nahe Innenstadt gegenüber dem neuen Niederrheinwerk des Automobil-Zulieferers Pierburg abschirmen soll.

Dieser Park wird über die Industriestraße und eine neue Fußgängerbrücke erreichbar sein, die gerade in Verlängerung der Collingstraße gebaut wird. Trotzdem ist nicht gesagt, dass der Park ein Ausflugsziel der Neusser wird. Das könnte die Präsenz der Wassersportler, die täglich beim Training beobachtet werden könnten, vielleicht ändern. Und allein ihre Gegenwart könnte unterbinden, dass sich im Park eine kritische Szene entwickelt. "Etwas Sozialkontrolle wäre gut", sagt Napp. Vielleicht auch deshalb habe die Firma Pierburg keine Einwände erhoben.

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Für die Rudererer und die Kanuten der SG Holzheim würde der Umzug von einem städtischen Grundstück im Hafen auf ein anderes "nebenan" ebenfalls Vorteile bringen. Der Pachtvertrag für die 3000 Quadratmeter, die für sie von dem Gelände des ehemaligen Armaturenwerkes abgetrennt wurden, verlängert sich derzeit immer nur um ein Jahr. "Ein Damoklesschwert", nennt Goetz diese kurze Kündigungsfrist. Mit dem Umzug von einer Industrie- auf eine Grünfläche wäre ein Erbpachtvertrag mit langer Laufzeit in Reichweite.

Das lässt die Wassersport treibenden Vereine schon jetzt von einem "Leistungszentrum Wassersport Neuss" träumen. Es wäre eine gute Ergänzung zum Wassersportzentrum am Sandhofsee, wo vor allem die Jugend- und Nachwuchsarbeit angesiedelt ist und auch Taucher und Segler ihrem Hobby frönen.

Beim Umzug müssten die Sportler Umkleiden, Sanitär- und Aufenthaltsraum neu bauen, ihre in Leichtbauweise errichteten Bootshäuser aber können sie mitnehmen. Genau wie den Steg, wo jährlich rund 3000 Boote an- und ablegen.

(NGZ)
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