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Neuss: Wassersportler starten in die Saison

Neuss : Wassersportler starten in die Saison

Nach dem Ausbaggern des Sporthafens ist das Becken wieder tief genug für die Boote der Sportsegler. Die konnten endlich wieder "Anrudern". Zum Auftakt der Saison kamen gestern rund 300 Besucher nach Gnadental.

Mit lautem Hupen von allen Booten starteten die Neusser Wassersportler im Sporthafen am Sonntag in die neue Saison. Vergangenes Jahr steckten noch viele Boote bei der Saisoneröffnung im Schlamm, jetzt aber gab es genug Wasser unterm Kiel. Nachdem dort rund 8000 Tonnen Schlamm ausgebaggert wurden, ist das Becken nämlich einen Meter tiefer. Außerdem kam reichlich Wasser auch von oben: Die Sportler mussten sich mit Nieselregen, Wind und Kälte herumschlagen.

Das Schmuddelwetter trübte beim Ausrichter, dem Neusser Marine-Verein, die Freude ein wenig. Der erste Vorsitzende des Vereins, Thomas Wahle, hätte gerne mehr Besucher begrüßt. Er schätzt, dass rund 300 Besucher gekommen waren, aber "in den vergangenen Jahren hatten wir noch mehr als doppelt so viele". Freuen konnte er sich trotzdem. Denn durch das Ausbaggern des Hafens können jetzt wieder alle Boote aus dem Hafen raus- und reinfahren. "In der Mitte ist das Hafenbecken heute rund dreieinhalb Meter tief." Mehr als genug also für die Segler, deren Kiele bis 1,80 Meter ins Wasser reichen.

So wie das Schiff von Egon Schöttke. Mit der "Ciruela" hat er jetzt wieder freie Fahrt. Der 75-Jährige will mit seinem knapp neun Meter langen Segelboot von Gnadental nach England und wieder zurück segeln. Und zwar ganz allein. Sein Törn nach England ist für ihn fast eine Kaffeefahrt. Immerhin segelte er schon allein bis nach Litauen und Sankt Petersburg. Julius Weirauch hat etwas beschaulichere Ziele. Er will mit seiner Tochter und dem Sohn eines Freundes die Rheinwoche segeln. Über Pfingsten geht es von Köln-Porz bis nach Rees. Die "Sankt Qualm" wird eins von mindestens zwei Schiffen des Neusser Kanuklubs sein, die an der Rheinwoche teilnehmen werden.

Lust auf die neue Saison hat auch Jonas Bruns. Der 14-Jährige ist seit einem Jahr im Neusser Ruderverein, trainiert einmal die Woche und will sein Pensum steigern. "Gerade im Sommer, wenn das Wetter gut ist, macht es Riesenspaß."

Den Spaß ein bisschen verloren hat Eddy Geralds. Seit 20 Jahren hat er sein Motorboot im Sporthafen. Doch die kommende Saison wird für den 64-Jährigen die letzte sein. Er will sein 7,50 Meter langes Boot verkaufen. "Die Pflege ist doch sehr aufwendig, und wenn man mal älter wird, ist es nicht mehr so leicht." Auch ist das Bootsfahren nicht mehr so reizvoll für ihn. Er kenne ja hier schon alles. Und so schaut er zu Beginn der neuen Saison ein bisschen wehmütig zurück. Denn trotz allem war es "eine schöne Zeit".

(NGZ)