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Neuss: Wasserkreuzung wird 2014 rekonstruiert

Neuss : Wasserkreuzung wird 2014 rekonstruiert

Die Neuss-Düsseldorfer Hafen steigen als Geldgeber bei dem Denkmalschutzvorhaben "Epanchoir" am Nordkanal ein

Der Kassenbestand des Vereins der "Freunde und Förderer des historischen Nordkanals" wies Anfang des Jahres einen Barbestand von 800 Euro aus. Ein Promille der Summe, die für die Rekonstruktion des Epanchoirs am Nordkanal veranschlagt sind. Trotzdem konnte Klaus Karl Kaster gestern ganz realistisch einen Baubeginn für 2014 in Aussicht stellen. Denn die Finanzierungslücke ist inzwischen auf rund 300 000 Euro zusammengeschmolzen — und die, da ist sich der zweite Vorsitzende des Vereins sicher, kommen auch noch zusammen. Jetzt, wo die Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) als Partner der Wirtschaft in das Projekt eingestiegen sind!

50 000 Euro tun die NDH in den Topf um die "Wasserkreuzung" im Schnittpunkt von Obererft und Nordkanal, ein Baudenkmal aus napoleonischer Zeit, wieder um jene Teile zu ergänzen, die unter der Nordkanalallee verschwunden sind. Anlass für das Engagement war zum einen das zehnjährige Bestehen der Gesellschaft NDH, zum anderen das Interesse an Thema und Projekt. "Der Fluss von Gütern und Waren war damals und ist heute Rückgrat und Motor unseres wirtschaftlichen Erfolges" betonte Hafendirektor Ulrich Gross. Er verglich das Projekt des (unvollendet gebliebenen) Nordkanals mit dem derzeit diskutierten Schienenbau-Projekt "Eiserner Rhein", denn in beiden Fällen ging und geht es um eine direkte Verbindung vom Rhein zum Nordseehafen Antwerpen.

Mit dem Epanchoir verflochten die französischen Ingenieure zwei Gewässer und erreichten zwei Ziele: Die Obererft glich die Wasserverluste des Nordkanals aus, die durch die Schleusen, das Verdunsten ud Versickern entstanden. Was dazu nicht benötigt wurde, wurde wieder über Schieber an die Obererft abgegeben und trieb im weiteren Verlauf dieses künstlich angelegten Flusses die Mühlen der Stadt an. Wer aus den Resten des Epanchoir diese Funktion heute herauslesen will, braucht schon Fantasie. Für Christoph Napp-Saarbourg, den Vorsitzenden des Fördervereins, ist die Rekonstruktion deshalb ein Weg, ein Stück Wirtschaftsgeschichte lebendig werden zu lassen — ohne ein Museum zu bestücken. Zur Rekonstruktion soll in einem zweiten Schritt die Dokumentation kommen. Rund um das benachbarte Trafohaus sollen dazu Informationstafeln angebracht werden. Der Landschaftsverband Rheinland, selbst Träger von Wirtschaftsmuseen, hat dafür 20 000 Euro in Aussicht gestellt, sagt Kaster, die Kulturstiftung des Sparkassen- und Giro-Verbandes funkt auch freundliche Signale. Und die NRW-Stiftung, die schon 150 000 Euro für die Rekonstruktion zugesagt hat, möchte die Spitzenfinanzierung der Präsentation übernehmen.

Weitere "große" Geldgeber für dieses auch städtebaulich wegweisende Projekt sind der Rhein-Kreis (20 000 Euro) und die Stiftung Denkmalschutz (70 000 Euro). Die Stadt selbst unterstützt das Projekt allein mit Planungsleistungen.

(NGZ)