Neuss : Wasser marsch

Gnadental Unbeindruckt von starken Regenschauern paddelten am Sonntag Mittag die Kanuten durch den Sporthafen, auch die Ruderer bewegten die Skulls unbeirrt durch das Wasser, das nicht nur von unten ans Boot klatschte.

Dass Wassersport mit dem nassen Element zu tun hat, konnten die Besucher beim traditionellen "Anfahren" der Wassersportvereine im Sporthafen hautnah miterleben. "Es heißt ja nicht umsonst Wassersport", betonte Sportamts-Mitarbeiter Christian Stoffels, der als Ruderer selbst ganz und gar nicht wasserscheu ist - trocken unter einem Schirm stehend.

Die Stimmung war trotz der Regenschauer glänzend - und nach einigen nassen Minuten trocknete die April-Sonne die Sportler schnell. Mit dem Sonntag ist die Wassersport-Saison in Neuss offiziell eröffnet. Die entscheidenden Worte sprach die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Quiring-Perl: "Ich wünsche Ihnen allen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel."

Um 13.10 Uhr hatte sie die Saison eröffnet, was die Motorboot-Fahrer mit einem Hup-Konzert lautstark feierten. Die Vize-Bürgermeisterin hatte sich besonders beim ausrichtenden Verein, dem Neusser Kanu-Club (NKC) im Jahr seines 75-jährigen Bestehens, für die Mitarbeit bedankt.

"Ich empfehle den Gästen, die eine oder andere Wassersportart auszuprobieren", machte sie Werbung für die Segler, Ruderer, Kanuten und Motorbootfahrer - und Rettungskräfte, deren Wasserwacht-Saison am Sonntag ebenfalls begann.

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Zuvor hatte Franz-Josef Schäfer, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wassersportvereine, die einlaufenden Boote mit Namen und unterhaltsamen Details begrüßt: So wusste er vom "reinen Zufall" zu berichten, dass das Boot von Julius Weihrauch, dem Vorsitzenden des NKC, den Namen "St. Qualm" trägt.

Gleich drei Boote wurden am Sonntaggetauft: die Jolle "Manus" der Familie Stenmanns, die für den Küstenbereich der Nordsee gebaut worden war, die "Mavera" (beide vom NKC) und "My Dream" von Klaus Klein, dem Vizevorsitzenden des Neusser Wassersportvereins.

Als letzter Teilnehmer fuhr das rote Feuerwehr-Löschboot "Alfons Frings" in den Sporthafen ein - zur Freude der Ehrengäste hatte die Besatzung die Wasserfontäne bereits abgestellt - sonst wären die Besucher auf dem Steg um den Sport-Dezernenten Dr. Horst Ferfers und Wilhelm Fuchs, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, im Zentrum des Wasserstrahls gelandet.

So blieb es bei der Erkenntnis von Franz-Josef Schäfer: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung." Bei leckerer Erbsensuppe des Deutschen Roten Kreuzes oder Kuchen nutzten die Sportler dann die herauskommende Sonne zum Aufwärmen und feierten noch lange das "Anfahren" - auch in den Booten und Bootshäusern.

(NGZ)