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Die Ämter haben Lösungen gefunden: Was tun gegen Taubenplage?

Die Ämter haben Lösungen gefunden : Was tun gegen Taubenplage?

Von Sebastian Peters Kreis-Veterinäramt und Umweltamt beobachten eine schnell zunehmende Taubenpopulation in der Neusser Innenstadt und im Hafengebiet . Auf der Suche nach Lösungen sind die Ämter nun vielleicht fündig geworden.

Von Sebastian Peters Kreis-Veterinäramt und Umweltamt beobachten eine schnell zunehmende Taubenpopulation in der Neusser Innenstadt und im Hafengebiet . Auf der Suche nach Lösungen sind die Ämter nun vielleicht fündig geworden.

Der Friedensbewegung galten sie als Symbol der Eintracht und Versöhnung. In der Neusser Innenstadt und im Hafen jedoch stiften die Tauben, die immer wieder scharenweise die Innenstadt anfliegen, zunehmend Unfrieden. So weit, dass in Neuss venezianische Verhältnisse herrschen, ist es allerdings noch nicht bestellt um die Taubenplage.

Gleichwohl suchen immer mehr Tauben, die sich im Hafen tummeln, auch in der Innenstadt nach weggeworfenen Lebensmitteln und werden dort fündig. "Die Brisanz hat zugenommen", erkennt Dr. Gerhard Fischer vom Kreis-Veterinäramt. Er möchte deshalb nun die Initiative ergreifen und das Gespräch mit im Hafen ansässigen Firmen suchen, wo sich viele der Tauben aufhalten. Sein Plan: Er will die Firmen ermuntern, Taubengehege aufzustellen, in die das Federvieh zunächst gelockt werden soll.

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Sobald die Tauben dann in diesen Großkäfigen Nester bauen, sollen dort die gelegten Eier entnommen und den Tauben künstliche "untergeschoben" werden. Fischer hofft, dass dieser Vorschlag bei den im Hafen ansässigen Firmen auf positive Resonanz trifft. Er bekräftigt jedoch gleichzeitig, dass die Maßnahme kein Garant für eine taubenfreie Innenstadt sei. "In Aachen war der Weg von Erfolg gekrönt, in Köln hat es nicht geklappt." Ob da vielleicht einfach alle Tauben von Aachen nach Köln geflogen sind? "Das halte ich für Spekulation", sagt Fischer lachend.

Die zunehmende Taubenpopulation an manchen Stellen in der Innenstadt stellt auch Peter Hilgers, beim Umweltamt zuständig für Raumplanung, Ökologie und Artenschutz, fest. In seinem Amt ist man sich der Probleme, die Tauben in der Stadt verursachen, durchaus bewusst: "Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit besteht jedoch erst dann, wenn sich Tauben massiv ansammeln", erklärt Peter Hilgers. Er erklärt, dass in den vergangenen Jahren mehrfach Beschwerden eingingen, die sich über die gefiederten Plagegeister in der Innenstadt aufregen.

Wie groß auch immer die Belästigung ist, die vom gurrenden Federvieh ausgeht: "Die schnelle Lösung per Flinte oder Gift ist nicht zulässig", warnt Dr. Gerhard Fischer. "Schnellschüsse" gegen Tauben hingegen gab es schon zu Genüge: Vor einigen Jahren kam die Taubenpille auf den Markt, die eine Fortpflanzung verhindern sollte. Der Versuch schlug fehl. Eine Vergiftung der Tauben? "Tierschutzwidrig", antwortet Fischer.

Noch ist nicht aller Taubentage Abend: Eine weitere Lösung, die vor rund einem Jahr in Neuss angegangen wurde, könnte helfen, dass sich das Federvieh künftig rund um das Quirinusmünster rar macht. In Zusammenarbeit mit der Stadt

Neuss versuchen einige im Hafen ansässige Firmen dem Problem der Taubenplage auf buchstäblich natürliche Art Herr zu werden. Im Bereich des Hafens wurden einige Nistkästen für Falken installiert. Dies nicht ohne Grund. Tauben stehen beim Falken ganz oben auf der Speisekarte.

Peter Hilgers hat schon einige Male beobachtet, wie Falken aus Düsseldorf auf die andere Rheinseite flogen, um sich ihre Mahlzeit im Hafen abzuholen - in Form von Neusser Tauben. Nun hofft er, dass sich diese Falken in einem der Nistkästen ein neues Zuhause bauen und so in Neuss das Problem mit den Tauben ganz elegant gelöst werden kann.

Ein wenig Geduld sei dabei jedoch gefordert: "Die zwei Nistkästen hängen erst rund ein halbes Jahr beziehungsweise ein Jahr", erklärt der Mitarbeiter des Umweltamtes. Nun wartet man in Neuss auf die Falken aus Düsseldorf und hofft auf deren Appetit auf Neusser Tauben.

(NGZ)