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Neuss: Was sich die Bewohner der mittleren Furth wünschen

Neuss : Was sich die Bewohner der mittleren Furth wünschen

Einen besseren Lärmschutz, weniger Müll und eine klügere Verkehrsführung: Das wollen die Bewohner der mittlerern Furth für ihren Stadtteil. Beim Ortstermin der NGZ wurde auch Kritik an Politik und Verwaltung laut.

Wenn Joachim Bardorsch durch die mittlere Furth spaziert, dann wünscht er sich ein monatliches Schützenfest. "Nicht nur wegen der Feierei", erzählte der NGZ-Leser beim Ortstermin im Bistro "Solovino" an der Venloer Straße. "Sondern vielmehr, weil zu den Festen die Straßen endlich einmal sauber sind." Dafür erhielt Bardorsch viel Zustimmung von den anderen Besuchern der NGZ-Gesprächsrunde.

Etwa von Walter Busch, der seit über vierzig Jahren im Stadtteil mittlere Furth lebt: "Der Bürgermeister hat doch versprochen, Neuss zur saubersten Stadt Deutschlands zu machen", kritisierte der Rentner. "Da sollte er mal zu uns kommen, mit all dem Dreck auf den Gehwegen und den Parks." Die Runde war sich schnell einig: Es hilft nur Eigeninitiative. "Wenn ich wilden Müll sehe, rufe ich sofort bei der Stadt an, dass der entsorgt wird", erzählte Ingeborg Kühne. Als weitere Möglichkeit wurde ein "Dreck-weg-Tag" für den Stadtteil empfunden. "Das können wir sicher schnell organisieren", versprach Rolf Stein, Präsident der Further Schützen.

Weiteres Thema beim NGZ-Ortstermin war die schlechte Verkehrsführung: Die Schleichwege zur Internationalen Schule nach Neuss etwa, die durch das Wasserschutzgebiet in Morgensternsheide führen. "Warum wird dort nicht mehr kontrolliert?" wollte Hannelene Volkers wissen. Auch dass die Zufahrtswege zum Johanna-Etienne- Krankenhaus oft verstopft sind und dort Parkplätze fehlen, sorgt für Unmut. Reizthema ist die Autobahn: Der Lärmschutz fehlt, Flüsterasphalt ist auch nicht geplant. "Und das, obwohl wir schon durch den Fluglärm vom Düsseldorfer Flughafen so arg gebeutelt sind", sagte Ingeborg Kühne, die an die Neusser Politiker appellierte, sich für ein rigoroses Nachtflugverbot einzusetzen.

Gefallen findet im Stadtteil der neu gestaltete Hermann-Josef-Dusend-Platz, den die Further Schützen gestaltet haben. "Da ist viel Gutes passiert", meinte Joachim Bardorsch. Dass das benachbarte Nordbad jedoch kein Freibad mehr ist, fanden viele Besucher des Ortstermins schade. Dabei war das Freibad immer super besucht", erzählte Thomas Drolf, der im Nordbad viele Jahre als Schwimmmeister tätig war. Jetzt müsse aber in die Zukunft geblickt werden, sagte Hannelene Volkers: "Die noch verbliebenen Freiflächen müssen wir unbedingt erhalten", forderte sie.

(NGZ)