Fundsachen im Kirmes-Taxi Was die Schützen im Taxi liegen lassen

Neuss · Taxifahrer in Neuss finden vor allem während der Kirmes allerlei auf der Rückbank und im Kofferraum. Auch in diesem Jahr wird es gesonderte Halteplätze während des Schützenfestes geben.

In der Taxizentrale Neuss sammelt sich so einiges, berichtet Geschäftsführer Hans Josef Lenzen (r.).

In der Taxizentrale Neuss sammelt sich so einiges, berichtet Geschäftsführer Hans Josef Lenzen (r.).

Foto: Matheo Berndt

Immer wieder bleiben in den Taxen der Taxizentrale Neuss persönliche Gegenstände liegen, berichtet Geschäftsführer Hans Josef Lenzen – besonders viele und ausgefallene Fundsachen tauchen in den Kirmestagen auf.

„Am häufigsten bleiben bei uns Handys liegen“, erzählt Lenzen, „die werden dann meistens auch relativ zeitnah abgeholt, weil viele Kontakte und Ähnliches darauf gespeichert sind.“ Ähnlich häufig vergessen die Passagiere Jacken, hin und wieder finde man etwa eine Tasche oder einen Rucksack mit schmutziger Wäsche. „Portemonnaies, die verloren gehen, werden von uns natürlich festgehalten. Meistens ist darin auch eine Anschrift vorhanden, über die wir uns direkt mit der Person in Verbindung setzen können, wenn vergessene Handys angerufen werden, machen wir das ebenfalls.“

Schwieriger sei das Ganze, wenn ein nachfolgender Passagier die im Fußraum oder auf der Rückbank zurückgelassenen Wertsachen finde und selbst an sich nehme, ohne dass der Fahrer davon etwas mitbekomme. „Ein Fahrer schaut selten sofort nach und kontrolliert alles“, erklärt Lenzen, „deshalb kommt dann teilweise Misstrauen uns gegenüber auf; die Leute denken, dass wir die Sachen selbst behalten.“

Kuriose Gegenstände finden die Taxifahrer in Neuss vor allem während der Zeit des Schützenfestes, weiß Lenzen. Dazu gehören viele Hüte -  „von jedem Korps einer!“ Besonders einprägsam sei unter den Fundsachen der letzten Jahre eine große Trommel gewesen, die ein Passagier im Kofferraum vergessen hatte. „Die Trommel war vom Tambourcorps und hatte etwa einen Durchmesser von einem Meter.“ Der Fahrer habe beim Aussteigen nicht daran gedacht, dem Kunden die Trommel mitzugeben, „der Mann selbst war so betrunken, dass er es nicht gemerkt hat.“ Etwa drei Monate habe die Trommel daraufhin im provisorischen Fundbüro, einem ungenutzten Raum der Taxizentrale gestanden, bis sie schließlich abgeholt wurde. „Eine Zeit lang hatten wir auch eine Fackel von der Neusser Schützenlust da. Bestimmt zwei Jahre lang hat die niemand vermisst.“ Lenzen habe die Fackel am Ende einem Freund gegeben, der sie über Kontakte an die Schützen zurückgeben sollte.

Auch beim diesjährigen Schützenfest werden die Taxen der Taxizentrale für die Feiernden bereitstehen, „es kommen auch Taxen von außerhalb um zu helfen, sonst schaffen wir das nicht“, so Lenzen. Es wird insgesamt drei Halteplätze geben, zwei davon befinden sich am Kirmesplatz (Batteriestraße und Kehlturm) ein weiterer wird in der Zeit von Sonntag bis Dienstagnachmittag an der Rennbahn besetzt sein.

(mabe)