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Neuss: Was Igelfreunde wissen müssen

Neuss : Was Igelfreunde wissen müssen

Ende Oktober fallen die Igel in den Winterschlaf. Dafür brauchen die Tiere sichere und warme Nester. Gartenbesitzer sollten jetzt noch einmal ihre Grünflächen beackern, um den Igeln Rückzugsorte zu schaffen.

Wenn es draußen zu späterer Stunde (aber immer zur selben) raschelt, bekommen Gartenbesitzer Besuch von einem Stammgast, denn meist streift dann ein Igel durchs Gelände. Als Kulturfolger lebt das nachtaktive Tier gern im Umfeld von Menschen, läuft jede Nacht eine feste Wegstrecke von bis zu fünf Kilometern.

Jens Link von der Igelhilfe Rhein-Wupper weiß, wo sich Igel wohlfühlen: Für einen guten Winterschlaf brauchen sie ein Nest, etwa aus Unterholz. Foto: woi/dpa

Mehrmals kommt der Einzelgänger dabei an der gleichen Stelle vorbei. In diesen Tagen sollten Naturfreunde ihren Garten für die Igel auf Vordermann bringen. Denn ab einer Nachttemperatur unter acht Grad begeben sich die Tiere in den Winterschlaf. Für eine angenehme Ruhe können Gartenbesitzer einfache Vorkehrungen treffen. Jens Link von der Igelhilfe Rhein-Wupper beschäftigt sich seit sechs Jahren intensiv mit den Tieren und gibt Tipps für den igelfreundlichen Garten.

Igelnest Der Igel sucht sich seinen Unterschlupf gerne in Komposthaufen, Holzstapeln oder auch unter dem Fundament von Gartenhäuschen. Für einen Winterschlafplatz kann der Gartenbesitzer einen Reisighaufen anlegen. Dazu schichtet er kleine und sperrige Äste auf mindestens einen halben Meter auf. So entstehen Zwischenräume, in die sich der Igel verkriechen kann. Diese werden mit Blättern ausgepolstert. Eine Folie darüber dichtet den Haufen ab und bietet eine Isolierung, bei der ein Igel auch Frost mit bis zu minus 20 Grad unbeschadet übersteht.

Beifüttern Den Igel niemals mit Milch füttern. Mit einer Schale Wasser und etwas Katzenfutter kann das Tier versorgt werden. Um das Futter vor anderen Tieren zu schützen, sollte es in einen kleinen Holzkasten, etwa eine Schublade, gestellt werden. Damit Katzen nicht nach dem Futter greifen können, werden kleine Bretter als Wände eingebaut. Um Ratten abzuhalten, reicht eine Schwingklappe am Eingang. "Der Igel ist ein neugieriges Tier. Er geht trotzdem rein", sagt Jens Link.

Igelgarten Eine Ecke mit Ästen und Laub "unaufgeräumt" lassen. Dort sind Brennnesseln und Baumscheiben perfekte Insektenhotels und Nahrungsquelle für den Igel. Damit er von Garten zu Garten ziehen kann, sollte der Zaun einen Durchgang haben.

Gefahren Aktuell sind Martinsfeuer eine tödliche Gefahr für Igel, denn sie nutzen den Holzhaufen als Unterschlupf. "Deshalb vor dem Feuer den Haufen einmal umschichten", rät Jens Link. In Gärten schaffen Teiche und Treppen Probleme. Der Igel kann zwar schwimmen, braucht aber ein flaches Ufer oder ein Brett als Rampe, um wieder herauszukommen. Bei Treppen helfen am Rand Steine als zusätzliche Stufen. Kellerschächte sollten abgedichtet werden.

Kranke Igel Der gesunde Igel besitzt eine pralle runde Birnenform. Bei kranken oder verletzten Igeln gibt der Verein Pro Igel Hilfestellungen zur Pflege. Tierärzte können nur Verletzungen behandeln. Eine erfahrene Aufzuchtstation ist das Schneckenhaus in Grevenbroich.

(NGZ/rl)