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Neuss: Was 2013 für die Neusser teurer wird

Neuss : Was 2013 für die Neusser teurer wird

Neuss ist klamm. Um das Finanzloch zu schließen, greift die Stadt dem Bürger in die Tasche, erhöht Steuern, Gebühren und Eintrittspreise.

Im Etatentwurf für das kommende Jahr klafft eine große Lücke. 17 Millionen Euro fehlen. Um das strukturelle Defizit ausgleichen zu können, schlugen Bürgermeister und Kämmerer ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor. Tenor: Die Ausgaben reduzieren und die Einnahmen verbessern. Die Politik folgte den Vorschlägen nur bedingt, setzte eigene Akzente. Nach der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses in der vergangenen Woche scheint ein Ausgleich aber möglich. Noch rechnen die Experten der Verwaltung und der Ratsfraktionen. Am Freitag wird der Stadtrat den Haushalt 2013 abschließend beraten und verabschieden. Sicher ist, dass der Bürger kräftig zur Kasse gebeten wird, um das Loch in der Stadtkasse zu stopfen. Was alles teurer wird — die wichtigsten Positionen.

Abfallgebühren Die Müllabfuhr, die im laufenden Jahr Teilunterdeckungen kompensieren muss, wird generell um knapp fünf Prozent angehoben. Sie verteuert sich, so die Stadt in ihrer Berechnung für einen vierköpfigen Musterhaushalt, um 13 Euro von 260,40 auf künftig 273,32 Euro pro Jahr.

Grundsteuer B Die Grundsteuer B, die alle Hauseigentümer und somit indirekt auch alle Mieter aufbringen müssen, wird um 40 Prozentpunkte auf einen Hebesatz von 495 Prozent angehoben. Das entspricht einer Steigerung von rund 8,8 Prozent. Für den städtischen vierköpfigen "Musterhaushalt" (Einfamilien-Reihenhaus, Baujahr 1990) bedeutet dies, dass er ab dem kommenden Jahr 497,34 Euro statt wie bisher 374,42 Euro zu zahlen hat. Die Stadt erwartet bei der Grundsteuer B insgesamt Mehreinnahmen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

Kindergartenbeiträge Eltern, die ihr Kind in den Kindergarten schicken, müssen im Laufe des kommenden Jahres mehr bezahlen. Die Anhebung ist ab dem 1. August vorgesehen. Um wie viel die Beiträge angehoben werden, ist noch offen. Die CDU/FDP-Ratsmehrheit hat die Verwaltung beauftragt, eine "Staffelung" zu erarbeiten. Es gehe darum, so Ratsherr Klaus Karl Kaster (CDU) als Vorsitzender des Finanzausschusses, die niedrigeren Einkommen weniger zu belasten, während die Haushalte mit höheren Einkommen auch etwas mehr zahlen sollen.

Eintrittspreise, Kultur Wer sich kulturellen Genuss gönnt, muss ab Januar tiefer in die Tasche greifen. Für die Internationalen Tanzwochen wird das Einzelticket bis maximal 12,70 Euro teurer; das Abonnement kostet bis zu 76,20 Euro mehr. Die Preise für die Veranstaltungsreihe der Zeughauskonzerte werden ebenso um fünf Euro je Einzelticket abgehoben wie die Konzerte der Deutschen Kammerakademie. Fünf Euro mehr muss künftig auch für eine Aufführung im Rahmen des Shakespeare Festivals berappt werden. Die Preise für "Kultur für Kinder" und die Reihe "Wundertüte" (jeweils plus 1,60 Euro) steigen.

(NGZ/ac)