Kommentar zur abgelehnten AfD-Spende: Warum nicht im Stillen helfen?

Kommentar zur abgelehnten AfD-Spende: Warum nicht im Stillen helfen?

Die AfD im Rhein-Kreis Neuss sammelte auf ihrem Neujahrsempfang 420 Euro - findet dafür aber keinen Abnehmer. Jetzt soll das Geld unter den Obdachlosen verteilt werden - öffentlichtskeitswirksam. Unser Kommentar.

Wer denkt, dass Spenden von Parteien ausschließlich denjenigen nutzen, die sie erhalten, der glaubt auch noch an eine Erde in Scheibenform. Spenden von Parteien - unabhängig von der politischen Ausrichtung - sind in den meisten Fällen auch eine willkommene Marketing-Maßnahme.

Daran ist erstmal nichts Verwerfliches. Nicht umsonst heißt es: Tue Gutes und sprich darüber. Nur ist es scheinheilig, so zu tun, als stünde ausschließlich die Hilfe für Bedürftige im Vordergrund. Wenn dies der Fall wäre, dann hätte die AfD ihr Geld schon längst still und heimlich an Obdachlose im gesamten Stadtgebiet verteilt.

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Genau das möchte Dirk Kranefuß jetzt tun. Er ließ gleichzeitig jedoch durchschimmern, diese Aktion möglichst öffentlichkeitswirksam aufziehen zu wollen. Warum - und diese Frage richtet sich nicht nur an die AfD - nicht einfach mal im Stillen helfen? Ohne symbolische Scheckübergabe und Facebook-Post? Warum nicht einfach mal die Sache in den Vordergrund stellen und nicht die eigene Wohltätigkeit? Das machen zahlreiche Privatpersonen schließlich auch so.

(NGZ)