Neuss: Warum die SPD jetzt Wohngemeinschaften fördern will

Neuss: Warum die SPD jetzt Wohngemeinschaften fördern will

Auf der Suche nach Ideen für mehr bezahlbaren Wohnraum will die Neusser SPD nun Wohngemeinschaften stärker fördern. "Wir wollen Bürger dabei unterstützen, sich zu generationsübergreifenden Wohngemeinschaften zusammenzutun", sagt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sascha Karbowiak. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD zur nächsten Sitzung des Stadtrates am 16. März eingebracht.

Welche Hilfe die Stadt geben kann, das weiß der Neusser Norbert Funk (54). Er ist Vorsitzender des Vereins "Wohn-Werkstatt Neuss". Seit 2014 versucht Funk, eine WG zu realisieren. 15 Personen hat er dafür inzwischen zusammen. Nur ein Grundstück fehlt noch. "Für uns ist es als Gruppe von Privatpersonen schwierig, auf dem Wohnungsmarkt gegen die großen Player zu bestehen", sagt Funk.

Im Rhein-Kreis hätten daher sechs solcher Gruppen irgendwann aufgegeben. "Der Blick in andere Städte zeigt: Es geht auch anders", sagt Funk. In Düsseldorf und Hamburg gebe es bei der Stadtverwaltung zentrale Ansprechpartner. Die Stadt Köln entwickele Grundstücke, auf die sich bestehende Gruppen für eine WG bewerben können. "In Dormagen sind zwei Wohnprojekte im Bau. Wir freuen uns sehr für die Gruppen mit denen wir in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Aber wir wollen in Neuss bleiben."

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Solche Angebote schweben auch der SPD vor. In ihrem Antrag beauftragt sie die Stadtverwaltung, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Dies soll noch in diesem Jahr im Sozialausschuss vorgelegt werden. "Wohngemeinschaften sind gleich in mehrfacher Hinsicht sinnvoll", sagt Karbowiak, der auch wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist. "Einerseits schaffen wir so bezahlbare Wohnungen. Andererseits ist das eine Antwort auf die Frage, wie wir alt werden wollen." Durch die Planung und Entwicklung von selbst organisierten, gemeinschaftlichen und generationsübergreifenden Wohnprojekten könnte ein weiterer Mosaikstein der beiden Konzepte zum "Demografischen Wandel" und zum "Bezahlbaren Wohnraum in Neuss 2030" umgesetzt und auf den Weg gebracht werden. Ein solches Angebot bestehe bereits an der Wingenderstraße mit der Seniorenwohngemeinschaft südliche Furth. Dieses Projekt gelte als beispielhaft.

(NGZ)
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