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Neuss: Wählt die Union, gilt das Frauenquorum

Neuss : Wählt die Union, gilt das Frauenquorum

Die Generalversammlung am 23. März könnte spannend werden. Für zwei Stellvertreter-Posten gibt es derzeit noch drei Bewerber - eine Frau und zwei Männer. Das Parteistatut sagt: Frauen sollen ein Drittel der internen Ämter besetzen.

Die Frauenquote kommt. Zumindest in der Wirtschaft. Das ist die Nachricht, die Deutschland zum Frauentag beisteuert, der morgen weltweit begangen wird. Gestern passierte ein Gesetz mit Stimmen von CDU, CSU und SPD den Bundestag, nachdem ab 2016 bei Aufsichtsratswahlen in Großunternehmen ein Drittel der Sitze im Kontrollgremium mit Frauen besetzt werden muss. Und wie halten es die Parteien mit der Quote? Für die Neusser CDU, die sich am 23. März zur Generalversammlung trifft, könnte die Antwort auf die Frage nach der Quote Auswirkungen bei der Wahl der beiden stellvertretenden Vorsitzenden haben.

Gemeinsam mit Elisabeth Heyers (54), die sich erneut für das Amt bewirbt, bildet Klaus Karl Kaster (73) das Vize-Duo des CDU-Stadtverbandes in Neuss. Der erfahrene Politiker hat angekündigt, sich aus dem Parteivorstand zurückzuziehen. Gut möglich, dass sich zwei junge Christdemokraten, die beide als niedergelassene Rechtsanwälte arbeiten, für den vakanten Posten zur Wahl stellen: Tobias Goldkamp (36), der für Bürgermeister-Kandidat Thomas Nickel den Wahlkampf organisiert, und Andreas Hamacher (32), der bisherige Schriftführer.

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Tritt das Trio auf der Generalversammlung an, heißt es "Zwei aus Drei"; von drei Bewerbern sind in einer so genannten Gruppenwahl die beiden mit der höchsten Stimmenzahl gewählt. Sollten die beiden Männer, Goldkamp und Hamacher, sich durchsetzen und Elisabeth Heyers durchfallen, wäre die Wahl aber ungültig. Grund: Die CDU hat in ihren Statuten ein Frauenquorum verankert. Das besagt, dass bei Gruppenwahlen ein Drittel der Ämter mit Frauen zu besetzen ist. Im konkreten Fall bedeutet das für die Neusser CDU: einer von zwei Stellvertretern des Parteivorsitzenden muss weiblich sein. Erst der zweite Wahlgang wäre gültig, auch wenn das Quorum erneut nicht erreicht würde. "Ich kümmere mich nicht um Quote und Quorum", sagt Elisabeth Heyers, "ich möchte etwas für Neuss und die Neusser bewegen und mit Leistung überzeugen."

Auch der in Neuss wohnende Gesundheitsminister Hermann Gröhe (53) hat seine Erfahrungen mit dem Quorum gemacht. Bei seiner Kandidatur für das Präsidium der CDU Deutschlands war er auf dem Kölner Parteitag im vergangenen Dezember eigentlich gewählt worden, doch da das Quorum nicht erreicht worden war, wurde der erste Wahlgang für ungültig erklärt. Hermann Gröhe verzichtete damals auf eine weitere Kandidatur und ersparte seiner Partei, deren Generalsekretär er einmal war, eine unangenehme Debatte über die Frauenquote. "Das fand ich sehr nobel von Hermann Gröhe", sagt Elisabeth Heyers.

Noch sind Kandidaten-Konstellationen für die CDU-Generalversammlung Gedankenspiele, denn noch feilt CDU-Chef Jörg Geerlings (42) am Personaltableau. Er, der erneut für den Vorsitz kandidiert, lässt keinen Zweifel, dass er sich Elisabeth Heyers weiterhin als Stellvertreterin wünscht, er sagt aber auch: "Ich würde gern mit Tobias Goldkamp und Andreas Hamacher im geschäftsführenden Vorstand zusammenarbeiten." Dann müsste Hamacher Schriftführer bleiben oder - wenn er zum Vize aufrückt - Goldkampf als Schriftführer kandidieren. "Wir sind im Gespräch", sagt Geerlings. "Stimmt", bestätigt Goldkamp, "Gespräch ist terminiert."

(NGZ)