Neuss: "Wache Süd" frühestens 2023 fertig

Neuss: "Wache Süd" frühestens 2023 fertig

Verwaltung wartet auf Ratsbeschluss. Seit Grundstückskauf ist nichts passiert.

Ohne einen weiteren politischen Beschluss wird die Planung zum Bau einer "Feuerwache Süd" nicht in Gang kommen. Darauf wies Planungsdezernent Christoph Hölters jetzt die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann hin, die mit einer Anfrage an den Rat das Thema forcieren wollte. "Wann kommt die Machbarkeitsstudie, damit wir mal einen Anfangspunkt haben, dass es los geht?", fragte Koenemann. Antwort: Die müsse man jetzt anstoßen, soll sie noch vor dem Jahresende vorliegen.

Aber selbst in diesem Fall wird der Löschzug Hoisten die schon 2015 im Brandschutzbedarfsplan festgelegte neue Wache nicht so schnell beziehen können. Nach Auskunft der Stadt geht - wenn die Machbarkeitsstudie tatsächlich noch in 2018 vorliegt - das ganze nächste Jahr für Planung und Durchführung eines Architekten- oder Investorenwettbewerbes drauf. Das Jahr 2020 würde grob kalkuliert für die Entwurfsphase und den Bauantrag benötigt, mindestens ein halbes Jahr würde danach im Anschluss für Werkplanung, Ausschreibung und Vergabe einzukalkulieren sein. Selbst wenn danach sofort mit dem Bau begonnen würde, ist mit einer zweijährigen Bauzeit von zwei Jahren zu rechnen - und man wäre schon im Jahr 2023 angelangt.

Der Zeitbedarf für dieses Vorhaben, das deutlich mehr als 5,5 Millionen Euro kosten wird, ist nicht ungewöhnlich. In Krefeld, so zieht die Verwaltung eine Parallele, gingen zwischen Planung und Fertigstellung der Hauptfeuer- und Rettungswache sieben Jahre ins Land. Die Feuerwache Süd sei allerdings nicht so groß und komplex, sodass dieser Zeitrahmen wohl unterschritten werden kann.

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Allerdings ist man schon jetzt im Verzug. Das zwischen Hoisten und Weckhoven gelegene Grundstück für die neue Wache wurde Mitte vergangenen Jahres gekauft. Dem hätte sofort die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie folgen sollen, doch blieb das erst einmal liegen. Andere Projekte hatten Vorrang.

In der Wache Süd sollen neben dem Löschzug Hoisten tagsüber auch sechs Mann der Berufsfeuerwehr stationiert werden. Geplant ist ferner die Ansiedlung eines Rettungswagens samt Personal.

Für Patrick Baas, Löschzugführer in Hoisten, ist die derzeitige Situation unbefriedigend. Seine Wache ist laut Gutachtermeinung die baulich schlechteste im Stadtgebiet. Ihr Zustand hätte sich zuletzt zwar nicht verschlechtert, aber es würde eben auch nicht mehr investiert - und seine Leute müssen sich weiter neben ihren Autos umziehen.

(-nau)