Neuss: Vorwürfe gegen Parkinson-Verband

Neuss: Vorwürfe gegen Parkinson-Verband

Die vor 29 Jahren in Neuss gegründete und deshalb dort noch immer ansässige Deutsche Parkinson-Vereinigung (dPV) sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt. Ihr hauptamtlicher Geschäftsführer soll ein fürstliches Honorar verdienen, die Bundesgeschäftsstelle an der Moselstraße 31 ein Riesenbüro unterhalten. Von Verschwendung ist die Rede, von Selbstbedienung.

Nachdem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schon am Samstag die Vorwürfe im Internet publik gemacht hat, sieht sich die Bundesvorsitzende Magdalene Kaminski zum Handeln genötigt. Die Bochumerin will den Bundesvorstand noch am Montag in der Neusser Zentrale zusammentrommeln.

Ein Punkt, über den zu sprechen sein wird, ist ein sogenanntes "Schwarzbuch", das von zwei Insidern erarbeitet wurde und auf das sich die Spiegel-Veröffentlichung stützt. In dieser Woche soll es Spiegel-Informationen zufolge in einem Kölner Verlag erscheinen.

Und der Bundesvorstand überlege, so Kaminski, dies mit Rechtsmitteln zu unterbinden. Zu den Vorwürfen äußerte sich Kaminski nicht. "Ich sage prinzipiell nichts über Zahlen und Personen", stellt sie klar.

Also keine Bestätigung, dass der Rechtsanwalt an der Spitze der Geschäftsstelle den selbst für einen Selbsthilfeverband mit fast 24.000 Mitgliedern üppigen Verdienst von 200.000 Euro jährlich einstreicht.

Auch den Hinweis in dem Spiegel-Artikel, dass laut dem Bericht eines Wirtschaftsprüfers für das Jahr 2008 die Aufwendungen für die Bundesgeschäftsstelle nicht weniger als 58 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen, lässt Kaminski ebenso unkommentiert wie den auf ein weit verzweigtes System mit bundesweit 2000 Konten.

Das Büro allerdings kommentiert sie: "Das ist alles sehr schlicht. Fast zu schlicht."

(NGZ)