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Neuss: Vorspiel vor aufmerksamen Abonnenten

Neuss : Vorspiel vor aufmerksamen Abonnenten

Zum ersten Mal hatte die Kammerakademie Zuhörer zu den Vorspielen für Stipendiaten eingeladen.

Ein besonderes Bonbon gab es jetzt für Abonnenten der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein (DKN). Da dieser bedeutende Werbeträger für die Stadt Neuss am Wochenende Vorspiele für zwei neue Stipendiaten (Viola und Violoncello) durchführte, hat Orchestermanager Martin Jakubeit 20 DKN-Abonnenten quasi als beobachtende "Juroren" eingeladen. Denn neben dem Exklusiv-Konzert mit den Stipendiaten der Kammerakademie versteht Martin Jakubeit die Einladung neben etlichen Vergünstigungen als weitere Abonnentenpflege.

Seit vier Jahrzehnten fördern die Stadt und bedeutende Sponsoren hochbegabte Musiker, indem sie ein Stipendium vergeben. Wie begehrt diese Förderung ist, zeigte sich jetzt beim Vorspiel, bei dem sich 17 junge Talente um die zwei Plätze bewarben. Die meisten Eleven sind Studierende der Hochschulen in Köln und Düsseldorf, aber auch Bewerber aus Mainz, Salzburg und Graz traten im Romaneum an. Gefordert waren drei Werke aus Barock (Johann Sebastian Bach), Klassik (unter anderem Mozart, Haydn), Romantik (unter anderem Schubert, Brahms) und zeitgenössische Literatur. Als Juroren waren neben Isabelle van Keulen, die als "Artist in Residence" das erste Abokonzert am Sonntag leitete (Bericht folgt), DKN-Konzertmeisterin Eva Stegemann und die Stimmführer Danka Nicolic (Viola) und Milan Vrsajkov (Violoncello). Auch aktuelle Stipendiaten wie Lilit Tonoyan und Luiza Antonescu gehörten zu den aufmerksamen Zuhörern.

Während Produktionsleiter Mano Esswein den Bewerbern vor ihrem Auftritt ein gelassenes Ambiente bot, und Susanna Klovsky (Flügel) ohne jede Abstimmungsprobe beim Vorspiel makellose und sympathische Begleiterin war, sorgte Milan Vrsajkov durch abrupte Eingriffe gelegentlich für Aufregung.

"Aber das war alles sehr beeindruckend", stellte im Nachhinein Herbert Müller fest. Der langjährige DKN-Abonnent war wie auch seine Ehefrau für dieses Erlebnis sehr dankbar. "Man konnte im Vorspiel durchaus Unterschiede feststellen. Technisch waren fast alle brillant, aber die Interpretation macht den Meister": So lautete Stephanie Wellens' persönliches Fazit.

Die 17 Bewerber im Alter von 20 bis 29 Jahren repräsentieren insgesamt 13 Nationen, studieren aber alle in Deutschland und Österreich. Das international farbig besetzte Weltklasseorchester DKN könnte noch farbiger werden, denn Hsiang-Wei Chen (Violoncello) aus Taiwan und die Serbin Isidora Timotijevic (Viola) bestätigten durch ihr Vorspiel die Ernsthaftigkeit ihrer Bewerbung.

(Nima)