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Neuss: Vorsicht vor Taschendieben

Neuss : Vorsicht vor Taschendieben

Neuss (schum) Nur wenige Tage ist es her, dass ein aufmerksamer Fahrer eines Stadtwerke-Busses mitbekam, wie ein älterer Fahrgast offenbar Opfer eines Taschendiebstahls werden sollte. Beherzt griff er ein und sorgte mit dafür, dass das verdächtige Quartett festgehalten und der Polizei übergeben werden konnte.

Neuss (schum) Nur wenige Tage ist es her, dass ein aufmerksamer Fahrer eines Stadtwerke-Busses mitbekam, wie ein älterer Fahrgast offenbar Opfer eines Taschendiebstahls werden sollte. Beherzt griff er ein und sorgte mit dafür, dass das verdächtige Quartett festgehalten und der Polizei übergeben werden konnte.

Der Idealfall, wenn die Kooperation zwischen den Stadtwerken Neuss und der Polizei so erfolgreich funktioniert. Daran soll weiter gearbeitet werden, denn das Ziel, das Landrat Dieter Patt formuliert, ist anspruchsvoll: "Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen Orte der Sicherheit sein."

Mit einer Plakataktion unter dem Motto "Vorsicht Taschendiebe", die am Donnerstag vorgestellt wurde, sollen die Fahrgäste für das Thema besonders sensibilisiert werden.

Unter den rund 500 pro Jahr gemeldeten Taschendiebstählen gibt es eine Reihe von Delikten, die vor oder im Bus verübt werden. Deren Zahl lässt sich nach Aussage von Polizei-Sprecher Hans-Willi Arnold zwar nicht genau quantifizieren, diese Art von Diebstahl berührt die Menschen aber offenbar so, dass es erneut starke Anstrengungen gibt, den meist in Teams oder Gruppen agierenden Tätern so geringe Chancen wie möglich zu eröffnen.

"Wenn es zu Taschendiebstählen kommt, geschieht dies nach unseren Erfahrungen in den Regel nicht an den Haltestellen, sondern im Bus, in dem der oder die Täter für kurze Zeit mitfahren", sagt Gerd Dickhaus, Leiter des Bereichs Nahverkehr bei den Stadtwerken. Sein Kollege, Fahrdienstleiter Uwe Koppelmann, ergänzt: "Die Diebe steigen ein, lenken den Fahrer ab und in dieser Zeit entsteht ein Gedränge, das die Diebe zum Diebstahl ausnutzen. Sie steigen dann direkt wieder aus oder an der nächsten Haltestelle."

Sabine Rosenthal-Aussem, Leiterin des Kommissariats Vorbeugung, rät: "Die Fahrgäste sollten sich nicht von Fremden ablenken lassen und im dichten Gedränge beim Ein- und Aussteigen besonders gut auf ihre Wertsachen achten.

Dies gilt besonders für ältere Menschen, die häufig zu den Opfern gehören." Was zu tun ist, sollten Bürger dennoch bestohlen worden sein, erklärt SWN-Experte Dickhaus: "Die Fahrgäste sollen sich sofort an den Busfahrer wenden, weil der über Funk in ständigem Kontakt zur Leitstelle der Verkehrsbetriebe steht.

Diese informiert dann unmittelbar die Polizei." In der seit 1999 bestehenden Ordnungspartnerschaft zwischen Stadtwerken und Polizei fungieren die Busse als "fahrbare Notrufsäulen", wie es Landrat Patt formuliert. Dickhaus: "Jeder Bürger, auch wenn er kein Fahrgast ist, kann über unsere Busse einen Notruf absetzen."

Ziel dieser Kooperation mit der Polizei ist es, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und der Neusser auf öffentlichen Plätzen und Straßen zu verbessern. Außerdem sollen potentielle Täter auf diese Weise abgeschreckt werden. "Unsere Busfahrer werden regelmäßig für diese Situationen geschult und so für Notfälle sensibilisiert", sagt Uwe Koppelmann.

Darüber hinaus wertet die Polizei die Taschendiebstähle in den Bussen aus, um vorbeugende Maßnahmen einleiten zu können. Um den Schaden im Falle eines Taschendiebstahls so gering wie möglich zu halten empfiehlt Rosenthal-Aussem, Wertsachen und Ausweispapiere verteilt am Körper zu tragen. Am besten in verschlossenen Innentaschen der Kleidung.

(NGZ)