Vorlese-Initiative Neuss übergibt Erzähltheater (Kamishibai) an Kitas

Vorlesen in Neuss : Erzähltheater der Vorlese-Initiative

Das Kamishibai ist zu einem beliebten Medium in Kindergärten geworden, um Geschichten zu erzählen.

Der Leiter der Vorlese-initiative Neuss (Vorne), Manfred Berdel, überreichte zehn Kamishibai-Erzähltheaterkästen an kirchliche öffentliche Büchereien in Neuss mit der Bitte, sie auch an interessierte Kindergärten oder Vorlesepaten, die von Vorne ausgebildet wurden, auszuleihen. Die Gabe wurde nach seine Worten unter anderem möglich gemacht durch eine finanzielle Unterstützung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Die Erzähltheaterkästen mit den entsprechenden Tafeln – zum Beispiel „Der süße Brei“ und „Frau Holle“ — entsprechen dem besonderen Vorlese-Konzept von Vorne. Das sieht vor, dass vor einer kleinen Gruppe vorgelesen wird und die jungen Zuhörer aktiv in die Erzählgeschichte hineingezogen werden.

Bemerkenswert ist, dass die Erzähltheaterkästen von der Schülerfirma „Stöckchen“, einer Förderschule in Düsseldorf, hergestellt wurden. Die sechs zehn- bis 15-jährigen Schüler leisteten überzeugende Arbeit.

20 ausgebildete Vorlesepaten lesen zur Zeit in Kindergärten und Altenheimen in Neuss vor. Ein weiteres, von Ministerpräsident Armin Laschet finanziertes und für die Teilnehmer kostenloses Vorleseseminar ist am Samstag, 28. September, von 10 bis 14 Uhr im Edith- Stein-Haus geplant. Anmeldungen werden unter www.familienforum-neuss.de angenommen.

Das Kamishibai ist in Japan beheimatet, setzt sich aus den Worten kami für Papier und shibai für Theater zusammen. Mit Hilfe von papiernen, aber sehr stabilen Bildstreifen werden Geschichten erzählt. Der Rahmen des Papiertheaters erinnert dabei tatsächlich an den Rahmen einer Bühne.

In den 1950er Jahren verlor dieses Art von Erzähltheater mehr und mehr an Attraktivität – in dem Maß, in dem andere Medien wie das Fernsehen zunahmen. 1975 wurde es gewissermaßen wiederentdeckt – von Menschen, die sich mit Kinderliteratur beschäftigten und den Einsatz dieses besonderen visuellen Erzählens wertzuschätzen wussten. Neue Möglichkeiten haben den Einsatz des Kamishibai deutlich erweitert. Längst gehören auch Märchen dazu, wie „Der süße Brei“ der Gebrüder Grimm, illustriert von Petra Lefin.

(NGZ)
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