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Neuss: Vorerst letztes Mal "Literatur vor Ort"

Neuss : Vorerst letztes Mal "Literatur vor Ort"

Mit einer Lesung im Jugendzentrum der Reformationskirche beschließt Peter Dieter Schnitzler zunächst die Reihe "Literatur vor Ort", um sich verstärkt einem Buch über die Nordstadt zu widmen. Es soll 2015 erscheinen.

Vierzehn Mal war Peter Dieter Schnitzler an besonderen Orten im Neusser Norden, um dort Literatur vorzutragen, die thematisch auf die Umgebung abgestimmt war. Mit der 15. und vorerst letzten Lesung am ersten Adventssonntag, 30. November, im Jugendzentrum der Reformationskirche klingt die Kulturreihe "Literatur vor Ort" vorerst aus. "Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht mal wieder eine Lesung halte", stellt Schnitzler klar, "aber zur Zeit muss ich mich auf ein anderes Projekt konzentrieren." Dieses andere Projekt ist ein Buch, das im kommenden Jahr unter dem Titel "Wege durch die Nordstadt" erscheinen soll. Es dokumentiert nicht nur die gleichnamige Führungsserie des Arbeitskreises Geschichte im Initiativkreis Neuss-Nordstadt, sondern behandelt recht ausführlich zahlreiche spannende Themen rechts und links des Hauptstraßenzuges zwischen Bahnhof und Kaarster Brücke. Und das ist mit jeder Menge Arbeit verbunden. "Wir befassen uns damit bereits seit Jahren", sagt Schnitzler mit Hinweis auf seine Mitstreiter in der Redaktionsgruppe, "bis Jahresende soll nun zumindest die Textfassung fertig sein."

Momentan jedoch recherchiert der Theater- und Fernsehregisseur, der in Hamburg und Wien, aber immer wieder auch in Neuss inszenierte, noch für die Veranstaltung am 30. November passende Literatur zum Thema "Jugend". Mit der Kurzgeschichte "Das Auge" der Nobelpreisträgerin Alice Munro ist er auch schon fündig geworden. "Normalerweise gehe ich zunächst immer ein wenig auf den jeweiligen Ort und seine Geschichte ein", beschreibt Schnitzler das Programm. Der eigentliche Textvortrag nimmt etwa eine Stunde in Anspruch - Zeit für eine Menge Literaturbeispiele. Und die aufzuspüren und auszuwählen, ist aufwändig.

Die Taufkapelle der Heilig-Geist-Kirche, wo das Thema "Labyrinth" lautete, der Römersee (Wasser), das Café Stückgut im Gare du Neuss (Handel + Wandel) - gern erinnert sich Peter Dieter Schnitzler an frühere Lesungen. "Die Idee entstand damals im Arbeitskreis Kunst und Kultur unter dem Vorsitz von Beate Pricking", weiß der 75-Jährige noch, "wir fanden, dass die Literatur auf der Furth zu wenig vorkommt." Dabei hat der nördliche Stadtteil einige bekannte Literaturschaffende hervorgebracht, wie Schnitzler bei einer Lesung unter Beweis stellte. So stammt der Autor Dieter Wellershoff ebenso wie Lyriker Peter Maiwald, die Kunstmäzenin Thea Bauer-Sternheim, Ehefrau des Dramatikers Carl Sternheim, aus dem Neusser Norden, außerdem Kabarettist Serdar Somuncu und Josef Ippers, der auch unter dem Pseudonym Hubert Joti veröffentlichte.

Der Treff 20 im neuen Wohnquartier Südliche Furth, die Bibliothek der Internationalen Schule am Rhein, die Nordstadt-Feuerwache - hochinteressante Orte zu finden, war nie das Problem. Eher schon, hochinteressante Orte zu finden, die ausreichend Platz für das immer größerer werdende Publikum bieten. Die erste Lesung 2007 im Atelier des Willi-Graf-Hauses fand noch im relativ intimen Rahmen mit zehn Gästen statt. Jahre später las Schnitzler vor rund 80 Zuhörern im Tanzraum Neuss.

Info "Literatur vor Ort", Sonntag, 30. November, 11 Uhr, Jugendzentrum der Reformationskirche, Frankenstr. 63

(NGZ)