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Neuss: Vorahnung auf Weihnachten

Neuss : Vorahnung auf Weihnachten

Jauchzet, frohlocket" ist ein "Weihnachtsvorahnungsabend" mit starken Kontrasten: Auf der einen Seite Jochen Malmsheimer, wie immer unerreicht wortgewaltig, auf der anderen Uwe Rössler und sein Tiffany-Ensemble – ebenso virtuos, aber auch ganz anders.

Jauchzet, frohlocket" ist ein "Weihnachtsvorahnungsabend" mit starken Kontrasten: Auf der einen Seite Jochen Malmsheimer, wie immer unerreicht wortgewaltig, auf der anderen Uwe Rössler und sein Tiffany-Ensemble — ebenso virtuos, aber auch ganz anders.

Während Malmsheimer dem Weihnachtsfest genüsslich das Festliche nimmt, steht bei den Musikern die Harmonie im Vordergrund, sozusagen als "Sprühverband der feinen Melodei" auf die Wunden, die Malmsheimer mit seinen Worten gerissen hat. Weihnachten scheint nur aus Katastrophen zu bestehen: Die Besucher im ausverkauften Albert-Einstein-Forum müssen fast zwangsläufig diesen Eindruck gewonnen haben.

Egal, sie amüsierten sich trotzdem, erlebten Unterhaltung der anspruchsvolleren Art. Jochen Malmsheimer, der bereits vor Jahren mit "Tresenlesen" zu überzeugen wusste, verblüffte auch jetzt wieder mit seiner kunstvoll gedrechselten, ungemein kraftvollen Sprache. Er nutzte sie als Geschosse, die er geradezu lustvoll gegen weihnachtliche Glückseligkeit abschoss. So wurde aus dem Frauenchor bei der Weihnachtsmesse "die fleischgewordene Rache Gottes an uns allen" und sein Urteil über die Bläser fiel nicht schmeichelhafter aus: "Über die Zersetzungskraft der Blasmusik ist seit Jericho eigentlich alles gesagt.

" Seine weihnachtliche Bastel-Abneigung therapierte Malmsheimer mit einem Besuch in einer Waldorfschule mit "birkenbestockten Du-Aufzwingern", nachdem er sich mit dem "schlüpfrigen Element der Fortpflanzung" auf die ihm eigene Art auseinandergesetzt hat. barni

(NGZ/rl)