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Neuss: Von Modeberaterin zur Modemacherin

Neuss : Von Modeberaterin zur Modemacherin

Nach ihrer Ausbildung als Einzelhandelskauffrau in einem großen Düsseldorfer Modeunternehmen hat sich Anne Lonnes entschieden, zu studieren. Aus ihrer Affinität zu Mode macht sie nun einen Beruf und wird Modedesignerin.

Nach dem Abitur erst einmal eine Berufsausbildung machen und auf Nummer sicher gehen - so denken viele Schulabsolventen. Auch Anne Lonnes wählte einen Einstieg ins Berufsleben, der ihr Garantien bot. Bei Peek & Cloppenburg machte sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, später hängte sie noch den Handelsfachwirt an. Mode war schon immer ihr Ding.

Doch anstatt Kleider zu verkaufen, wollte die Neusserin lieber Mode entwerfen. So lehnte sie nach der Ausbildung ein Jobangebot des Textilunternehmens ab und verwirklichte ihren Traum: ein Modedesignstudium. Mittlerweile ist die 23-Jährige im dritten Semester am Fashion-Design-Institut in Düsseldorf, und aber mindestens genauso viel steht ihr noch bevor.

Dass Anne kreativ ist, war jedem in ihrer Familie schon früh klar. Immerzu liebte sie es schon als Kind zu zeichnen, malen und basteln. Während eines Auslandschuljahres in England belegte sie viele künstlerische Fächer und wurde sich ihrer Sache immer sicherer: "Spätestens mit dem Abitur stand mein Entschluss fest, Modedesign zu studieren." Trotzdem - Anne entschließt sich, zunächst eine Ausbildung zu machen. "Die Ausbildung hat sich gelohnt, denn auch für Designer sind kaufmännische Kenntnisse wichtig", sagt Anne. Zeitgleich mit den Abschluss-prüfungen begann auch die Bewerbungsphase für das Studium, und dafür musste sie erst mal eine Mappe zusammenstellen. "Meine Arbeiten hatten eigentlich nichts mit Mode zu tun. Aber ich konnte damit zeigen, dass ich kreativ bin", erklärt sie. Die Schulleiterin war begeistert, und Anne bekam noch während des Gesprächs eine Zusage. Rund 250 Bewerbungen erhält das Fashion-Design-Institut pro Studienjahr - doch Plätze gibt es nur für rund 40 Interessenten. Der Großteil der Studenten ist weiblich. Im letzten Jahrgang gab es lediglich einen männlichen Kommilitonen.

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Nach ein paar Jahren im Berufsalltag konnte sich die Handelsfachwirtin nur schwer vorstellen, wie ein Studentenalltag wohl so aussehen würde. Hatte sie in ihrem Job geregelte Arbeitszeiten und -stunden, so sieht die Gegenwart nun ganz anders aus. Anstatt Personalplanung und Kundenberatung stehen nun Drapage - dafür entstand im zweiten Semester zum Beispiel das "Löffelkleid" aus rund 2500 Löffeln -, Fertigungstechnik und Modezeichnen bei ihr auf dem Stundenplan. Und die Studienarbeiten kennen auch keine Öffnungszeiten. "Die Wochen vor der Abgabe sind immer die schlimmsten. Nicht selten arbeite ich dann die ganze Nacht an meinen Entwürfen und gehe ein paar Stunden später zur Uni", erzählt Anne von ihrem Studentenleben. Für die Winterkollektion 2015/16 hat sie etwa einen Lederrock entworfen. Im nächsten Wintersemester wird der Alltag der angehenden Modedesignerin wohl noch mal ganz anders ausschauen. Dann sieht ihr Studiengang nämlich ein Auslandspraktikum vor. "Wohin es geht, weiß ich noch nicht. Aber ich kann es kaum erwarten", sagt sie.

(NGZ)