Neuss: Von einer Orgel zur anderen

Neuss : Von einer Orgel zur anderen

Neuss Zum ersten Mal wurde innerhalb der Neusser Kirchenmusikwoche eine Orgelwanderung angeboten. Dieses interessante Unterfangen, das durchaus weitergeführt werden sollte, bedarf allerdings einiger Verbesserungen. "Es ist ein Versuch", meinte Joachim Neugart angesichts des kurz vor zehn Uhr noch recht spärlich besuchten Quirinusmünsters.

Neuss Zum ersten Mal wurde innerhalb der Neusser Kirchenmusikwoche eine Orgelwanderung angeboten. Dieses interessante Unterfangen, das durchaus weitergeführt werden sollte, bedarf allerdings einiger Verbesserungen. "Es ist ein Versuch", meinte Joachim Neugart angesichts des kurz vor zehn Uhr noch recht spärlich besuchten Quirinusmünsters.

Der Kantor verteilte ein gut gestaltetes Informationsblatt mit einer kurz gefassten Orgelhistorie, der Disposition der Orgel und dem Kurzprogramm (20 Minuten), mit dem er das klangprächtige Instrument der Firma Seiffert vorzustellen gedachte. Plötzlich füllte sich der Kirchenraum - mit Kindern und Jugendlichen dreier Schulen, von der 5. Klasse bis zur Oberstufe. Neugart zeigte sich hoch erfreut, gab eine kurze Einführung und erklomm dann die Orgelbühne, um mit Kompositionen von Bach, Messiaen und Widor Alt und Jung zu fesseln. Die meisten Zuhörer folgten im Anschluss daran noch der Einladung zur Orgelerklärung auf der Empore.

Soweit der erfreuliche Teil des Vormittags. Nächste Station der Wanderung war die Christuskirche an der Breite Straße. Kantor Michael Voigt konnte auch hier eine Reihe junger Zuhörer begrüßen, gab aber keinerlei Erklärungen zur Orgel und hatte im Programmblatt weder die Disposition noch irgendwelche Erläuterungen zur Kleuker-Orgel vermerkt. Also völlig uninformiert, hörten die Besucher 45 Minuten lang Auszüge aus der im Jahre 2005 komponierten Orgelsinfonie "Der Lobende" (nach dem Joachim-Neander-Lied "Lobe den Herren") von Oskar Gottlieb Blarr. Der anwesende Komponist verfolgte, über seine Partitur gebeugt, die Interpretation, die sich trotz ihres Abwechslungsreichtums für die meisten Zuhörer als recht anstrengend und schließlich auch als ermüdend erwies.

Da die Zeit fortgeschritten war, ging es schnellen Schrittes nach St. Marien, um dort pünktlich zum Mittagsläuten anzukommen. Dort war dann der Frust für die in beachtlicher Zahl erschienenen Orgelmusikfreunde perfekt. Es gab keinerlei gedruckte Informationen, weder zur Orgel, noch zu den Interpreten oder den vorgetragenen Werken. Studierende der Robert Schumann Hochschule waren im Gesamtprogramm als Ausführende avisiert, das war das Einzige, was zu erfahren war. Angesichts der ausnahmslos hervorragenden spieltechnischen und interpretatorischen Leistungen ist es unverzeihlich, dass Dozenten und Hochschulleitung ihre Studenten so mangelhaft unterstützen.

(NGZ)
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