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Neuss: Von der Faszination des Goldes

Neuss : Von der Faszination des Goldes

Schon 4500 Jahre vor Christus war Gold für die Menschen ein Symbol von Wohlstand und Luxus. Die Faszination für das Edelmetall hält bis heute an. Die NGZ stellt drei Neusser vor, die täglich mit Gold zu tun haben.

Es gibt wohl kaum ein Edelmetall, das eine so lange Geschichte hat wie Gold. Es war schon immer ein Symbol für Wohlstand. Deutschland verfügt unter allen Staaten über den zweitgrößten Goldschatz der Welt, zwei Drittel dieser Goldreserven lagern in New York. Größere Mengen werden darüber hinaus in London und Paris aufbewahrt.

Er hält täglich Gold in den Fingern: Zahntechniker Markus Kiel verarbeitet legiertes Gold zu Kronen und Brücken als Zahnersatz, um Zahnlücken zu überbrücken. Foto: A. Woitschützke

Die vor zwei Jahren ins Leben gerufene bundesweite Initiative "Holt unser Gold heim" möchte, dass die deutschen Edelmetall-Reserven wieder in die Heimat zurückgeholt werden. Weil Gold in jeder Krise als Währung akzeptiert wird und um das wertvolle Gold in der aktuellen Eurokrise notfalls als Währungsersatz nutzen zu können.

Oberpfarrer Guido Assmann vor dem vergoldeten Quirinus-Schrein. Foto: Woitschützke, Andreas

Gold fasziniert: Auch in Neuss werden kleine Mengen des glänzenden Rohstoffs tagtäglich verwendet, zum Beispiel im zahntechnischen Labor von Markus Kiel. "Wir verarbeiten in unserem Betrieb legiertes Gold zu Kronen und Brücken als zahntechnischen Ersatz", sagt der 45-Jährige. "Wir verwenden das Gold, weil es sich besonders resistent gegen alle möglichen Säuren, die wir als Nahrung in unserem Mund zerkauen, bewährt hat und auch nach 30 Jahren so gut wie gar keine Abnutzungserscheinungen zu erkennen sind", sagt Kiel.

Auch Oberpfarrer Guido Assmann bestaunt beinahe täglich den vergoldeten Schrein, in dem die Reliquien des heiligen Quirinus aufbewahrt werden. Der dürfe nur mit einer bischöflichen Anordnung geöffnet werden— zuletzt geschah das im Jahr 2000, erzählt der 48-Jährige. Goldschmiedin Irmgard Kentrup weiß ganz genau, mit welchem Schatz sie es im Alltagsgeschäft zu tun hat.

Denn sie schmelzt Gold bei bis zu 1000 Grad Celsius und fertigt aus dem flüssigen Edelmetall neue Schmuckstücke. "Dafür haben wir einen Schmuckdesigner im Haus, der das Gold im kalten Zustand veredelt, schleift und mit anderen wertvollen Metallen versieht", sagt die 74-Jährige. Für sie sei es auch nach langjähriger Berufserfahrung immer noch faszinierend, täglich mit Gold zu arbeiten und die Kunden mit Schmuckstücken zufrieden zu stellen, wie die Neusserin erzählt.

(NGZ/rl)