Neuss: Vom Stunk im TaS zum Tatort Köln und zurück

Neuss : Vom Stunk im TaS zum Tatort Köln und zurück

Es hat Zeiten gegeben, in denen Jens Kipper in fast jedem neuen großen Stück des Theaters am Schlachthof (TaS) auch eine wesentliche Rolle spielte – jetzt ist der Schauspieler fast nur noch als Mitglied des Stunk-Ensembles in Neuss zu erleben. Oder als Darsteller in Fernseh-Krimis; da hat er es immerhin schon bis zum Tatverdächtigen geschafft.

Es hat Zeiten gegeben, in denen Jens Kipper in fast jedem neuen großen Stück des Theaters am Schlachthof (TaS) auch eine wesentliche Rolle spielte — jetzt ist der Schauspieler fast nur noch als Mitglied des Stunk-Ensembles in Neuss zu erleben. Oder als Darsteller in Fernseh-Krimis; da hat er es immerhin schon bis zum Tatverdächtigen geschafft.

"Naja", sagt der 36-jährige Schauspieler, der seine Ausbildung in Köln gemacht hat und heute in Krefeld lebt, lächelnd, "es läuft schon ganz gut." Durfte er in dem ARD-Krimi "Lösegeld" nur einen kleinen Banker spielen, gehörte er im Köln-Tatort "Scheinwelten" kurzfristig schon zum Kreis der möglichen Mörder. Mögen die Auftritte manchmal auch nur klein sein — immerhin steht er an der Seite bekannter Schauspieler wie Klaus Behrendt, Dietmar Bär oder auch Hanns Zischler etwa in dem preisgekrönten Film "Der Fall Jakob von Metzler".

Und wie kommt man vom TaS vor die Fernsehkamera? "Indem man eine gute Agentur hat und ansonsten allen möglichen Regisseure und Produzenten Demobänder zuschickt", sagt Kipper, der aber auch genau weiß: "Die Reaktionen reichen von ,Super' bis zu ,Lassen Sie mich bloß in Ruhe'." Ein bisschen Glück gehört auch immer dazu, sagt er weiter. Wie bei ihm im Falle der Zusammenarbeit mit der Castingagentur von Marc Schötteldreier, "der auch ein wenig den Familiengedanken hegt", und seine Künstler immer wieder ans Spiel bringe. Allerdings verlässt sich Jens Kipper nicht darauf, dass eine Rolle nach der anderen kommt, sondern spielt weiterhin Theater, vor allem in Köln. Etwa den Hutmacher in "Alice im Wunderland" in einer Inszenierung am Freien Werkstatttheater, und er will auch einen erneuten Anlauf für eine Zusammenarbeit mit dem Theater am Schlachthof starten — wie schon eher dort erprobt als Regisseur. Denn "was mich juckt, ist die Regie" sagt er.

Und dem Stunk will Kipper erhalten bleiben so lange es geht. "Nach der letzten Aufführung bin ich zwar immer froh, wenn's vorbei ist", sagt er lachend, "aber nach zwei Monaten könnte ich schon wieder weitermachen." Beim Stunk kann er sich austoben, seine schauspielerischen Qualitäten mit denen des Komödianten und Sängers verbinden. Bis zum Wochenende ist Kipper mit dem Stunk-Ensemble noch in Neuss zu erleben; danach geht es für weitere elf Vorstellungen ins Düsseldorfer Zakk.

(hbm)
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