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Neuss: Vom Mütterverein zur kfd

Neuss : Vom Mütterverein zur kfd

Die Katholische Frauengemeinschaft hat in den Kirchenarchiven recherchiert: Die Gemeinschaft, als "Mütterverein" gegründet, wird in diesen Tagen 100 Jahre alt. Das wird mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Eine Gemeinschaft von Frauen für Frauen. Das ist heute noch Auftrag und Leitmotiv der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd). Auch in der Pfarrgemeinde St. Peter in Hoisten stehen engagierte Frauen nunmehr seit 100 Jahren unter diesem Motto zusammen. Zu diesem Anlass wird es einen Festgottesdienst mit anschließendem Empfang geben.

"Dass wir überhaupt von unserem Jubiläum wissen, ist reiner Zufall", erzählt Helga Estermann, Teamleiterin der kfd Hoisten. Eine Gründungsurkunde gibt es nicht, aber als "Beweisstück" wird die aus dem Jahr 1912 stammende Marien-Fahne, gestiftet von der Jungfrauen-Kongregation, gesehen. Als die Fahne restauriert werden sollte, begannen auch die Nachforschungen der kfd im Kirchenarchiv. Die erste Eintragung betrifft einen Ausflug zum Kölner Dom 1957. Den entscheidenden Hinweis zum Gründungsdatum lieferte der Eintrag am 9. September 1962: Begehung des 50-jährigen Bestehens des Frauen- und Müttervereins. Bis 1965 hieß die kfd noch Mütterverein.

"Damals gehörte es einfach dazu, dass verheiratete Frauen automatisch in den Mütterverein gingen. Das hat sich heute natürlich komplett geändert", sagt Estermann. Von 208 Mitgliedern in St. Peter, sind zwei Drittel über 65 Jahre alt. Gründe dafür sieht die Teamleiterin in der geänderten Interessenslage junger Frauen. Heute gebe es so viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, die früher nur im Rahmen eines Vereins gegeben waren. Noch in den Mütterverein ist 1962 die damals 30-Jährige Christel Pulver eingetreten: "Über meine Mutter bin ich eingetreten und bin bis heute begeistert von den gemeinsamen Aktivitäten. Deswegen bin ich auch seit 1998 Mitglied in der Teamleitung und kann mitgestalten." Als sie die Karnevalssitzungen erwähnt, fangen auch die anderen Damen der Leiterrunde am Kaffeetisch an zu schwärmen. Doch trotz des Grundgedankens, sich für die Gemeinde einzusetzen, der gleichgeblieben ist, ist natürlich auch die kfd mit der Zeit gegangen. Seit der Zusammenlegung der Seelsorgebereiche St. Andreas Norf, St. Peter Rosellen, St. Paulus Weckhoven und St. Peter Hoisten gibt es jeden Monat einen Frauenstammtisch zu dem neue, interessierte Damen kommen können. "Um an unseren Aktivitäten, wie Ausflügen, teilnehmen zu können, muss man auch gar kein Mitglied sein", sagt Estermann. Neben den jährlichen Veranstaltungen, wie der Rad-Wallfahrt oder dem Weltgebetstag, werden gesellige Kontakte beim wöchentlichen Handarbeitskreis gepflegt. Im Wesentlichen als Gebetsgemeinschaft gegründet, hat es den Frauen der kfd nie am Sinn fürs Praktische gemangelt. Die gemeinsam gefertigten Handarbeiten dienen dem guten Zweck und werden beim Adventsbasar und dem Pfarrfest verkauft. Auch Spendenaktionen werden durchgeführt zum Beispiel für die Missionsstation Mutolere in Uganda. Alles mit einem Ziel, die Gemeinschaft zu stärken.

(NGZ)