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Neuss: Vom Globe zum Burgtheater

Neuss : Vom Globe zum Burgtheater

Bei der Bühne ist es geblieben, nur die Art hat sich geändert: Mit vier Jahren, so erzählt Moritz Schulze schmunzelnd, wollte er unbedingt Opernsänger werden, hatte die Mutter lange Zeit genervt, bis sie ihm vier Jahre später erlaubte, im Düsseldorfer Kinder- und Jugendtheater für die Kinderoper "Brundibár" vorzusingen. Die (Haupt-)Rolle des Pepícek kam dabei heraus, und ab da gab es für den Jungen nur noch eins: das Theater. Heute ist er fast fertig mit der Schauspielausbildung und derzeit auf jener Bühne zu sehen, die den 23-Jährigen ebenfalls geprägt hat – im Globe, wo er im "Macbeth" der Berliner Ernst-Busch-Hochschule unter anderem die Rollen des Duncan und Malcolm spielt.

Bei der Bühne ist es geblieben, nur die Art hat sich geändert: Mit vier Jahren, so erzählt Moritz Schulze schmunzelnd, wollte er unbedingt Opernsänger werden, hatte die Mutter lange Zeit genervt, bis sie ihm vier Jahre später erlaubte, im Düsseldorfer Kinder- und Jugendtheater für die Kinderoper "Brundibár" vorzusingen. Die (Haupt-)Rolle des Pepícek kam dabei heraus, und ab da gab es für den Jungen nur noch eins: das Theater. Heute ist er fast fertig mit der Schauspielausbildung und derzeit auf jener Bühne zu sehen, die den 23-Jährigen ebenfalls geprägt hat — im Globe, wo er im "Macbeth" der Berliner Ernst-Busch-Hochschule unter anderem die Rollen des Duncan und Malcolm spielt.

Als er 14 Jahre alt war, durfte Moritz Schulze endlich in den Jugendclub der Düsseldorfer Bühne, lernte dort Regisseur Sven Post kennen und geriet über ihn an die Alte Post und das Theater am Schlachthof. "Für Svens eigene Kurse an der Alten Post war ich noch zu jung", erzählt er, "aber bei Stefan Filipiak konnte ich mitmachen." Fortan stand er bei den Neusser Musicalwochen der Alten Post und Musikschule im Globe auf der Bühne und spielte in diversen Produktionen des Theaters am Schlachthof mit.

Das Ziel, Schauspieler zu werden, hatte er immer vor Augen, sagt er — und riskierte dafür auch Krach mit den Eltern, als er sich ein Jahr vor dem Abitur am Düsseldorfer Humboldt-Gymnasium entschloss, die Schule abzubrechen. Mit dem Versprechen, ein Praktikumsjahr einzulegen und das Fachabitur zu machen, stellte er zwar den häuslichen Frieden wieder her, aber stattdessen bewarb er sich an Schauspielschulen. Das erste Vorsprechen am Wiener Max-Reinhardt-Seminar war eine Katastrophe, erinnert er sich. Aber: "Da habe ich aber gelernt, dass man sich sehr gut vorbereiten sollte." Vier weitere Bewerbungen später hatte er dann die Zusage der Berliner Ernst-Busch-Hochschule in der Tasche.

Dort nähert sich seine Zeit dem Ende, aber Moritz Schulze weiß schon, wo er die nächsten Monate sein wird. In Wien, am Burgtheater. Denn Regisseurin Andrea Breth hat ihn als Güldenstern für ihre "Hamlet"-Inszenierung verpflichtet. Dass er nun auf den Proben neben Kollegen wie August Diehl oder Udo Samel spielt, erscheint Moritz Schulze immer noch ein bisschen unwirklich. "Aber ich kann mir ungeheuer viel abgucken", sagt er und hat dabei auch erkannt, dass eine Rolle wie der Hamlet zurzeit noch nichts für ihn wäre.

Ohnehin, so sagt er lachend, habe er den Eindruck, dass man ihn gerne für "kluge Bösewichte, überlegte Fiese" engagiere. "Äußerlich mag ich der Typ junger Liebhaber sein", ergänzt er lachend, "geschmacklich leider nicht." Das Singen hat er übrigens nicht aufgegeben — aber sich auf Chanson und Musical verlegt.

(NGZ)