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Neuss: Volle Busse: Elternrat sieht Politik in der Pflicht

Neuss : Volle Busse: Elternrat sieht Politik in der Pflicht

Der Stadtelternrat setzt in der Diskussion um das Thema zu volle Schulbusse auf die Kooperation der Beteiligten. Die Elternvertretung von 41 Neusser Schulen fordert von den Schulen, aber auch von der Schulverwaltung, den Eltern und der Politik mehr Engagement.

"Ist es nicht ein kommunales Problem, wenn viele Bürger sich nicht vernünftig behandelt fühlen?", fragt Vorsitzender Hermann Loosen. "Dies scheint in der Personenbeförderung seit einigen Jahren der Fall zu sein. Hier ist die Politik gefragt."

Nach massiven Protesten von Eltern und Schülern über oft zu volle Schulbusse am Morgen und in der Mittagszeit haben die Stadtwerke Neuss in der vergangenen Woche reagiert und angekündigt, einen Gutachter damit zu beauftragen, die Schulbus-Situation zu untersuchen und gegebenenfalls Handlungsempfehlungen auszusprechen.

Dieses Vorgehen sieht der Stadtelternrat positiv. Unverständlich ist es, wenn die Fahrbetriebe der SWN klagten, dass sie zu wenige Informationen über Schülerzahlen und über die Schulzeiten hätten. Loosen: "Diese Daten dürften der Schulverwaltung vorliegen und könnten sicherlich ohne größeren Aufwand zur Verfügung gestellt werden. Erste Gespräche hat es ja offenbar bereits gegeben." Vorsichtig formuliert nennt Loosen es "Nachbesserungsbedarf": Demnach hatten sich die Stadtwerke schon vor Jahren per Fragebogen an die Schulen gewandt, um das Schüleraufkommen in den Stoßzeiten zu ermitteln. "Leider wurden diese Bögen oft nicht oder nur unzureichend ausgefüllt. Jedenfalls waren die Daten der Schulen kaum verwendbar."

Aber auch das Verhalten der Schüler an den Haltestellen nimmt der Stadtelternrat ins Visier: "Ein Verhaltenstraining, das von den Stadtwerken für Grundschüler angeboten wird, reicht wahrscheinlich nicht aus. Hier liegt die Verantwortung bei Eltern und Schülern. Die Kinder haben keine Schuld an diesem Bus-Debakel, unglücklicherweise nehmen sie unfreiwillig daran teil."

(NGZ)