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Neuss: Volksbank erhöht Marktanteil in Düsseldorf

Neuss : Volksbank erhöht Marktanteil in Düsseldorf

Vorstandssprecher Rainer Mellis über zwei unterschiedliche Märkte – das kosmopolitische Düsseldorf und das betuliche Neuss

Herr Mellis, Sie sind jetzt zehn Jahre bei der Volksbank Düsseldorf Neuss. Was hat sich seither verändert?

Rainer Mellis Damals kam ich in eine noch junge Fusionsbank, hervorgegangen aus der Düsseldorfer Bank und der Volksbank Neuss. Aber wir waren ja nicht nur eine Fusionsbank, wir waren auch eine Sanierungsbank. Das haben wir alles überwunden, die innere Fusion ist abgeschlossen und wir konzentrieren uns ganz auf den Markt. Mit Erfolg wie die Zahlen belegen: Wir freuen uns über Zuwachs an Mitgliedern, Kunden und Geschäft.

Sie beackern zwei sehr unterschiedliche Märkte. Dort das kosmopolitische Düsseldorf, hier das betuliche Neuss. Wie halten Sie den Spagat aus?

Mellis Das ist nicht ganz einfach, weil wir unseren Mitarbeitern erklären müssen, dass wir in unterschiedlichen Märkten unterschiedliche Angebote offerieren müssen.

Was heißt das im Klartext?

Mellis In Neuss sind wir hinter dem Branchenführer Sparkasse mit unserem Marktanteil von 14 oder 15 Prozent eindeutig als Nummer 2 etabliert. Wir haben unsere Kunden, die wir umfassend beraten und gut bedienen. In Düsseldorf sind wir eines von 196 zugelassenen Kreditinstituten. Dort ist auch die Sparkasse vorn und dann kommen alle anderen. In Düsseldorf pflegen wir nicht in erster Linie unseren Kundenstamm, sondern dort müssen wir Kunden akquirieren.

... und waren Sie erfolgreich?

Mellis Die Düsseldorfer kennen uns inzwischen. Wir haben unseren Marktanteil gegen große Konkurrenz innerhalb von zehn Jahren auf vier Prozent verdoppelt. In einer Marketing-Kooperation treten wir gemeinsam mit der Sparda-Bank West und der PSD-Bank als die Genossenschaftsbanken auf. Mit dann 18 Prozent Marktanteil grenzen wir uns als zweitgrößter Marktteilnehmer nach der Sparkasse von den anderen ab.

Im Kern klingt es als würden Sie auf Bescheidenheit als Erfolgskonzept setzen. Sehen wir das richtig?

Mellis In der Renditeerwartung sind wir bescheidener als andere. Das stimmt. Auf Geschäfte mit Zertifikaten oder geschlossene Beteiligungen haben wir zum Beispiel verzichtet. Dafür wurden wir ausgelacht, aber auch nur so lange, bis andernorts die Papiere ins Minus liefen. In der Krise hat sich gezeigt, dass wir – und da schließe ich ausdrücklich die Kollegen der Sparkasse mit ein – mit unseren lokalen und regionalen Konzepten richtig aufgestellt sind. Wir haben uns bewährt.

Welchen Rückschluss für die Zukunft ziehen Sie daraus?

Mellis Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt unseres Denken und Handeln. Gute Geschäfte gelingen nur im direkten Kontakt zwischen Kunden und Bankmitarbeiter. Keine Topkonditionen, keine Technik und kein Callcenter kann diese Geschäftsbasis auf Dauer ersetzen. Cross-Selling findet nicht im Internet statt. Wir sind die Bank zum Anfassen und schaffen auf diesem Weg Vertrauen – bei Anlegern und bei Kreditnehmern.

Ludger Baten führte das Gespräch

(NGZ)