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Rhein-Kreis Neuss: Vize-Landrat auf Dienstreise in Kolumbien

Rhein-Kreis Neuss : Vize-Landrat auf Dienstreise in Kolumbien

Eine Klimapartnerschaft verbindet den Rhein-Kreis mit Solano am Amazonas. Der Bund fördert das Projekt mit 500.000 Euro. Landratsvertreter Jürgen Steinmetz besucht nun erstmals die neue Partnergemeinde. Ein Gegenbesuch.

Wechsel der Amtsgeschäfte am Frankfurter Flughafen. Der eine, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, kommt aus dem Urlaub zurück. Der andere, sein Allgemeiner Vertreter Jürgen Steinmetz, tritt seine Dienstreise an. Noch bis zum Donnerstag weilt er in Südamerika. Sein Ziel: Die Gemeinde Solano im Süden Kolumbiens am Oberlauf des Amazonas gelegen. Sein Auftrag: Die noch junge Klimapartnerschaft nach Solano vertiefen, Kontakte knüpfen und konkrete Maßnahmen anschieben. Er wird dabei sein, wenn vor Ort eine der geplanten dezentralen Energieanlagen in Betrieb genommen wird.

Steinmetz reist mit einer Gruppe deutscher Repräsentanten, die alle im Rahmen des Programms "50 Klimapartnerschaften bis 2015" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Servicestelle "Kommunen in der Einen Welt" engagiert sind. In Kolumbien trifft er auch den aus Korschenbroich stammenden Journalisten Tobias Käufer, der als Korrespondent für deutsche Medien, darunter auch unsere Zeitung, aus Südamerika berichtet. Der Landratsvertreter, der in Personalunion oberster Wirtschaftsförderer in Diensten des Kreises ist, freut sich über die handfesten Ergebnisse der Partnerschaft: "Ein gutes Beispiel dafür, dass solche internationalen Kontakte für Entwicklungshilfe und Wirtschaftsförderung gleichermaßen nützlich sein können." In Solano gibt es täglich nur zwischen 18 und 22 Uhr elektrische Energie, erzeugt von einem Dieselaggregat. Dieser problematische Engpass soll durch dezentrale Photovoltaikanlagen überbrückt werden, in einer Region, wo die Sonne kräftig scheint.

Bereits im Juni weilte eine dreiköpfige Delegation aus Solano im Rhein-Kreis. Damals sahen sich Bürgermeister Eliseo Murillo Criollo, Häuptling Timoleon Valencia Bautista und Aldemar Munoz Rodriguez, ein Experte für erneuerbare Energie, moderne Technologien für die Energiegewinnung und Stromversorgung an. So gehörte zum Programm ein Besuch bei Elektrotechnik Lenzen in Korschenbroich, wo sich die Kolumbianer über Photovoltaik informierten. Beim Gegenbesuch von Jürgen Steinmetz in Solano soll jetzt bereits der nächste Schritt gegangen werden.

Solano liegt im Einzugsgebiet des Amazonas-Oberlaufs im Süden Kolumbiens und ist mit 43 000 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Dänemark. Die Gemeinde ist dünn besiedelt. Auf dieser gewaltigen Fläche leben lediglich 12 000 Menschen; 70 Prozent von ihnen sind indigenen Ursprungs. Es ist kein Zufall, dass das federführende Bundesministerium im Rahmen seines Klimaprojektes bei seiner Suche nach einer Partner-Kommune für das kolumbianische Solano auf den Rhein-Kreis kam und ihn zur Teilnahme aufforderte: Seit 1994 pflegt der Rhein-Kreis bereits eine Kooperation mit der Republik Kolumbien. Motor und Mentor des Brückenschlags war der damalige Landrat Dieter Patt. Seine Nachfolger sehen jetzt in der ergänzenden Partnerschaft "eine weitere Vertiefung des Brückenschlags".

Die Bundesregierung fördert die Klimapartnerschaft mit 500 000 Euro. Bei der Übergabe des Betrages hatte Minister Dirk Niebel betont: Das Geld sei für das Demonstrationsprojekt für die nachhaltige Entwicklung im Amazonas-Einzugsgebiet bestimmt.

(NGZ)