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Neuss: Vier Bieter für Supermarkt

Neuss : Vier Bieter für Supermarkt

Vier Interessenten wollen auf dem Kirmesplatz in Reuschenberg einen Supermarkt bauen. Die Politik zögert, sie will die Kaufleute mit ins Boot holen und einen optimalen Standort auswählen.

Ob Reuschenberg einen neuen Supermarkt erhält und wo dieser genau errichtet wird, ist zurzeit ungewiss. Der Planungsausschuss nahm das Thema am Dienstagabend von der Tagesordnung und reagierte damit auf einen Wunsch des Arbeitskreises der Reuschenberger Einzelhändler. "Wir stehen nicht unter Zeitdruck", sagte Ausschussvorsitzender Karl Heinz Baum (CDU). In der nächsten Sitzung am 4. November soll über den Standort befunden werden. Welcher der jetzt vier Bewerber den Zuschlag erhält, ist eine Sache des Wirtschaftsausschusses; "letztlich ist es eine Frage des Preises: Welcher Interessent zahlt für das Grundstück den höchsten Preis", glaubt Baum. Vier Bieter bewerben sich:

Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Nellak GmbH aus Neuss, hinter der der Neusser Hermann-Josef Kallen steht. Zusammen mit Fischer Projekt (Fulda) will er im Bereich der Finkenstraße einen Vollsortimenter mit 1600-1700 Quadratmetern Verkaufsfläche ansiedeln. Hauptzufahrt über Finkenstraße, dazu über Nachtigallen- und Bergheimer-Straße. Das Ingenieurbüro Dieroff aus Mechernich ist flexibel und bietet einen Supermarkt im nördlichen oder südlichen Bereich an, idealerweise gegenüber dem China-Restaurant. Mieter wäre Kaiser's Tengelmann auf einer Nutzfläche von 2200 Quadratmetern. Im Obergeschoss soll ein Fitnessstudio eingerichtet werden. Die Erschließung soll über Nachtigallen- und Bergheimer Straße aus erfolgen. Dritter Bewerber ist die REWE Markt GmbH, die einen Vollsortiment mit Bedienungstheke auf 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche anbietet. Auch Rewe bevorzugt einen Standort im Norden, gegenüber dem Restaurant. Zu- und Ausfahrt soll über die Nachtigallenstraße erfolgen, ferner eine Zufahrt über die Bergheimer Straße. Als Tischvorlage wurde der Ausschuss am Dienstag mit Interessent Nummer vier konfrontiert, die Projektentwicklung Vreden aus Grevenbroich. Sie will auf eine Verkaufsfläche von 1450 Quadratmetern einen "Mehrgenerationen-Frischemarkt" (Vollsortiment) an der Finkenstraße bauen. Der bisherige kleine Parkplatz würde ebenso am jetzigen Standort erhalten bleiben wie Kiosk und Bauernmarkt. Die Zufahrt soll im Rahmen eines Verkehrsgutachten geklärt werden. Der Arbeitskreis der Reuschenberger Einzelhändler arbeitet an einem Konsens zwischen "Bedürfnissen der Bürger und Interessen der Händler", sagt der zweite Vorsitzende Michael Jäger. "Wir sind nicht für die Supermarkt-Pläne, weil sie starke Konkurrenz bedeuten. Wir wollen auf jeden Fall Leerstand im Ladenzentrum vermeiden."

(NGZ)