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Videobotschaft erinnert an Judenverfolgung in Neuss

Erinnerung an Judenverfolgung in Neuss : Videobotschaft zum Jahrestag der Pogromnacht

Zunächst legten Bert Römgens von der jüdischen Gemeinde und Bürgermeister Reiner Breuer einen Kranz im Gedenken an die Reichspogromnacht nieder, dann sprachen sie sich in einem Video auf der Internetseite der Stadt gegen alle Formen der Diskriminierung und des Rassismus aus.

Es gibt einen Antisemitus im Kleinen – und das auch in Neuss. Einen Beleg dafür muss Bert Römgens von der jüdischen Gemeinde nicht lange suchen, denn von einem Gemeindemitglied aus der Innenstadt wurde ihm erst vorige Woche berichtet, dass eine israelische Flagge, die dieser an seinem Balkon aufgehängt hatte, zerrissen wurde. Für Römgens ein gegen Israel gerichteter, antisemitischer Akt – 82 Jahre nach dem Brand der Neusser Synagoge in der Reichspogromnacht vom 9. November.

Gemeinsam weiter wachsam sein zu müssen gegen Rassismus, Antisemitismus und die Ausgrenzung von Minderheiten stand deshalb im Zentrum einer Videobotschaft, mit der sich Römgens und Bürgermeister Reiner Breuer am Montag, dem Jahrestag dieser Ereignisse, an die Neusser Stadtgesellschaft wandten.

Mit dem 9. November 1938 begann die systematische Entrechtung und Entmenschlichung von Menschen jüdischen Glaubens – und das industrialisierte Töten mit sechs Millionen Toten, betonte Römgens. Das gehe uns auch heute noch etwas an, ergänzte Breuer. Beiden war es wichtig – gerade weil die jährliche Gedenkveranstaltung nicht möglich war – an die damaligen Ereignisse zu erinnern. Vor der Veröffentlichung der Videobotschaft auf der Internetseite der Stadt legten beide einen Kranz am Mahnmal für die jüdischen Holocaustopfer ab.