Neuss: VfR Neuss soll ins Jahnstadion

Neuss: VfR Neuss soll ins Jahnstadion

Die Stadt will die Bezirkssportanlage am Derendorfer Weg verkaufen und dort eine Automeile etablieren. Dann müsste der VfR Neuss seine Heimstätte verlassen. Wir sagen, welche Vereine von den Plänen betroffen sind.

Die Tage des VfR Neuss am Derendorfer Weg sind gezählt. Die Stadt hat großes Interesse, den Bereich zwischen Galopprennbahn und Rheinparkcenter für Gewerbetreibende zur Verfügung zu stellen und deshalb muss der ehemals ruhmreiche Fußball-Verein in absehbarer Zeit sein Stadion aufgeben. Wo die Grün-Weißen eine neue Heimstätte finden werden, steht bereits fest: Die Sportverwaltung der Stadt will den VfR ins Jahnstadion umsiedeln.

Ein Plan, der dem finanziell chronisch klammen Klub, der in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen wird, nicht gerade gefällt: "Begeistert sind wir nicht", sagt Präsident Reinhard-Josef Wendt. "Aber wenn es gar nicht anders geht?" Im Jahnstadion sind drei Vereine beheimatet: DJK Novesia, FSV Vatan und FSG Theo Neuss. Auch für sie hat die Verwaltung Zukunftspläne: So soll die Novesia, sagt Sportdezernent Horst Ferfers, im Jahnstadion bleiben, die FSG Theo mit ihrer einzigen Mannschaft nach Weckhoven wechseln. Ferfers: "Vatan sollte am besten auch dort hin. Aber der Verein will nicht." In der Tat: "Spieler, Eltern und Zuschauer sind nicht begeistert", sagt Trainer Tuncer Ciftci. "Wir wollen die Jugendarbeit stark ausbauen, werden dann mehr Mannschaften haben. Weckhoven wäre als Standort problematisch, weil es für viele Spieler eine viel zu weite Anfahrt wäre." Laut Ciftci fühlt sich der FSV Vatan "sehr wohl im Jahnstadion". Um den Verbleib zu erreichen, will der Klub auch Unterschriften sammeln. Die Umsiedlungs-Pläne kommen erst dann zum Tragen, das sagt Ferfers, wenn ein Investor konkretes Interesse anmeldet. Eine Name, der immer wieder genannt wird, ist die Filiale des Autohauses Gottfried Schultz an der Römerstraße. Angeblich soll dort ein VW-Zentrum errichtet werden. Center-Leiter Gaetano Livera sagt: "Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat uns das Grundstück angeboten, um die Automeile dort fortzusetzen. Wir prüfen das Angebot."

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Laut Ferfers wäre eine Verlagerung des VfR ins Jahnstadion nur ein "Provisorium". Denn laut Stadtratsbeschluss soll am Stadtwald einmal ein Fußball-Zentrum entstehen, mit dem VfR als "Anker"-Verein. Der in einem solchen Zentrum Talente von mitansässigen Verein abwerben würde — befürchten Klubs. Diese Angst war schon da, als im Rahmen der Umgestaltungspläne für das Jahnstadion die DJK Novesia mit ihrer starken Jugendabteilung an den Stadtwald umziehen sollte. In den jetzigen Plänen wären beide Vereine direkte Nachbarn.

(NGZ)
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