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Neuss: Versetzung wird geprüft

Neuss : Versetzung wird geprüft

Im "Fall Galland" wird Bürgermeister Herbert Napp offenbar am Montag nach einem Gespräch mit dem Wirtschaftsförderer eine Entscheidung treffen.

Im Fall des wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur Hochzeit von Prinz William und Kate in England unter Druck geratenen Wirtschaftsförderers Andreas Galland kann es offenbar ernsthafte Konsequenzen geben. Laut Bürgermeister Herbert Napp ist zwar eine fristlose Kündigung aus rechtlichen Gründen vom Tisch. Dagegen wird eine Versetzung geprüft. "Galland hat dabei einen Anspruch auf eine gleichwertige Tätigkeit", so Napp.

Dies kann beispielsweise eine Versetzung in die der Kämmerei angegliederte Beteiligungsverwaltung sein. Dort werden rechtliche und steuerliche Belange der städtischen Tochterunternehmen und Beteiligungen bearbeitet. Bis Freitag hatte Galland Zeit, die von Bürgermeister Herbert Napp angeforderten Unterlagen vorzulegen.

Nach seinen polemischen Äußerungen im Vorwort des Newsletters der städtischen Wirtschaftsförderung zur Hochzeit in England war der Wirtschaftsförderer am vergangenen Montag zuerst zum Rapport bei Napp zitiert und dann für diese Woche freigestellt worden. In dieser Zeit sollte der 44-Jährige seine bereits veröffentlichten Texte zusammentragen. "Die werde ich prüfen", sagte Napp. Für Montag ist Galland erneut einbestellt. "Ich möchte dann auch hören, welche persönlichen Schlüsse er gezogen hat." Wie Napp reagieren wird, sei noch nicht entschieden.

Galland hatte sich in dem an die Neusser Unternehmen verschickten Newsletter über die Hochzeit ausgelassen und dabei sexualisierte sowie Fäkalsprache benutzt. Er war auf das Intimleben des Hochzeitspaares und sein eigenes eingegangen. Das hatte in der Bevölkerung zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst. Auch in der Politik und in der Wirtschaft. Napp: "Es gibt Global-Player-Unternehmen, die sich von sich aus bei uns gemeldet, sich klar und negativ geäußert haben."

Zu der Frage, ob nicht ein Vorgesetzter die Wirtschafts-Newsletter vor Veröffentlichung hätte kontrollieren müssen, sieht Napp sich als Verwaltungschef in der Verantwortung: "Es ist mein Führungsstil, Mitarbeiter frei und verantwortungsbewusst arbeiten zu lassen. Das fördert auch die Kreativität. In diesem Fall ist mit dieser Freiheit nicht verantwortungsvoll umgegangen worden."

(NGZ)