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Neuss: Verknüpfung herausragender Werke

Neuss : Verknüpfung herausragender Werke

Hombroich Sie sind sich zum Teil sehr fremd, haben aber andererseits viel gemein: die Bilder in der Ausstellung "Tradition und Moderne im Dialog".

Hombroich Sie sind sich zum Teil sehr fremd, haben aber andererseits viel gemein: die Bilder in der Ausstellung "Tradition und Moderne im Dialog".

... und Picassos „Portrait de femme“ die Moderne dar. Foto: NGZ

Die dritte Präsentation der Sammlung von Viktor und Marianne Langen zeigt noch bis Mitte Oktober herausragende Werke der Klassischen Moderne und verknüpft diese mit Werken der traditionellen japanischen Kunst.

"Die Bilder hängen zwar zusammen in den Ausstellungsräumen, aber doch steht jedes für sich", erklärt Meike Lotz von der Langen Foundation, wo beispielsweise Bilder von Pablo Picasso neben japanischen Rollbildern aus früheren Jahrhunderten hängen.

Und doch lassen sich zum Teil ähnliche Strukturen erkennen. Denn im Erdgeschoss finden sich in einem Bereich der Räumlichkeiten nur Porträts - zum Teil von Buddhas, zum Teil verfremdet wie bei Picassos Bild "Portrait de femme", aber auch von Marianne Langen selbst, die von Andy Warhol in gleicher Position, aber auf zwei verschiedenen Arten gemalt wurde.

Gemeinsam mit ihrem Mann Viktor steht sie im Mittelpunkt von "Tradition und Moderne im Dialog", da die Ausstellung einen intimen Einblick in den Umfang und die Qualität der Sammlung Langen gibt.

Unter den Werken ist auch ein Bild, das es vorher in einer solchen Art noch nicht gegeben hat: das "EM 1 Telephonbild", das der Künstler Lászlo Moholy-Nagy gar nicht selbst gemalt hat, sondern telefonisch anhand von Koordinaten und einer Farbpalette einem Fremden durchgegeben hat und so das Werk entstanden ist.

"Es ist das erste Medienbild der Kunstgeschichte", sagt die Kunsthistorikerin, "da es mit dem Medium Telefon erschaffen wurde."

Ganz anders wirkt dagegen ein überdimensionales Werk auf Leinwand, das von Ivan Bazak stammt und lediglich in den Farben Schwarz und Weiß einen Blick auf eine Landschaft gibt.

"Wenn man zu der Ausstellung hinuntergeht, wirkt es, als wenn man in das Bild hineinlaufen würde", so Meike Lotz zu dem Werk, das nicht weit von dem farbintensiven Bild "Doo Gee" von Kenneth Noland entfernt hängt - getrennt jedoch von einigen der japanischen Rollenbilder, die nicht nur Malereien, sondern auch Schriftzeichen oder ganze Gedichte zeigen.

Die weiteren Bilder stammen unter anderem von Max Ernst, Wassily Kandinsky oder Kurt Schwitters.

(NGZ)