Neuss: Verkehrsminister besucht Neuss

Neuss : Verkehrsminister besucht Neuss

Zum ersten Mal hat die IHK Mittlerer Niederrhein einen Hafentag in Neuss veranstaltet, um über die Vorteile der Binnenschifffahrt zu informieren. Eingeladen war auch NRW-Verkehrsminister Michael Groschek.

Die Quirinusstadt hat einen neuen Fan: den NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Der war am Donnerstag eigentlich gekommen, um auf einer Konferenz der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein zu sprechen. Vorher aber notierte er in seinen Unterlagen noch den Ort des Geschehens, die Pegelbar mit Blick auf den Münster, als möglichen Standort künftiger Ministeriumsveranstaltungen. Erst danach schritt der SPD-Politiker zur Tat. Eingeladen hatte die IHK, um über die "Schifffahrtsregion Rheinland" zu informieren.

Groschek warb für die Häfen im Rheinland als Industriestandorte, lobte die neue Kooperation zwischen den Neuss-Düsseldorfer Häfen und der Häfen und Güterverkehr Köln AG. "Dass Häfen zunehmend als Ort zum Feiern und Wohnen wahrgenommen werden, ist eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht", warnte der Minister mit Blick auf den Düsseldorfer Medienhafen und den Kölner Rheinauhafen. Häfen müssten stärker als Industriestandort wahrgenommen werden. "Es ist daher im Interesse des Landes, industrielle und gewerbliche Flächen in Häfen zu sichern", sagte Groschek und verwies auf Konflikte, die eine Wohnbebauung in der Nähe von Häfen nach sich zieht, etwa Beschwerden über Lärm und Gestank. Dadurch werde die Industrie zu sehr bedrängt.

Eine Auffassung, bei der ihm die Zustimmung von Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, sicher war. Porschen, der Donnerstag in der Pegelbar Gastgeber des ersten "Hafentags" war, bei der Logistik-Unternehmen über Vorteile der Binnenschifffahrt informiert wurden, forderte die Städte der Region auf, sich stärker dafür einzusetzen, Hafenvorranggebiete auszuweisen, um die Industrie abzusichern. In Neuss, wo auf dem ehemaligen Werhahn-Gelände Wohnhäuser in Planung sind, klappe das bereits sehr gut, sagte Porschen, dem es vor allem darum ging, die Wichtigkeit der Wasserstraßen zu verdeutlichen. Die Bedeutung der Schifffahrt nehme angesichts verstopfter Straßen und überlasteten Schienen zu. "Dagegen haben die Schiffe, besonders auf dem Rhein, noch Kapazitätsreserven", sagte Porschen. Der Güterverkehrsumschlag werde weiter steigen. Der Verkehr dürfe aber nicht einfach durch die Region laufen — es müsse eine Wertschöpfung möglich sein. "Deswegen brauchen wir mehr Logistikflächen", sagte Porschen, der mehr "multimodale Terminals" forderte, die Verkehrsflüsse von Wasser, Straße und Schiene verbinden.

(NGZ/ac)
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